Mit dem Wohnmobil ins Trentino

Unser Ziel ist dieses Mal das Trentino im Norden Italiens. Das hat sich eigentlich ganz spontan und mehr zufällig ergeben. Ein netter Wohnmobilkollege erzählte mir von einer schönen und noch nicht so stark frequentierten Gegend und schönen Seen in Höhe des Gardasees und da auch das Wetter in dieser Region passte, stand dem nichts im Wege. Abgesehen von zahlreichen Baustellen rund um München kamen wir sehr gut voran, das ist in der Ferienzeit Bayerns nicht immer so.

Sterzing

Unseren ersten Tageshalt legen wir in Sterzing – einem kleinen Ort nach dem Brenner – ein. Der Wohnmobilstellplatz ist nachts absolut ruhig und man steht mit dem Wohnmobil in einem abgetrennten Bereich abseits der vielen Lkw´s. Sterzing, das ist auch so ein Ort wo jeder mit seinem Pkw schon mal auf der Autostrada vorbeigefahren ist, aber den Ort selbst kannte ich auch noch nicht. Die Ortsmitte ist vom Stellplatz etwa 3 Kilometer entfernt und zu Fuss schön erreichbar. Im Ort finden wir eine gute Pizzeria, später geht es nach einer Dorfrunde wieder zurück zum Wohnmobil. Kaum zurück beginnt es zu regnen und das sollte die ganze Nacht so bleiben.

Sterzing: Wohnmobilstellplatz abseits der Autobahn

Sterzing: Schön auch neben der Autobahn

Caldonazzo am Lago di Caldonazzo

Das Trentino ist schnell erreicht. Über die Autostrada – die wir kurz vor Trient verlassen – kommen wir zügig vorn und erreichen bald den Lago di Caldonazzo in einer herrlichen Gegend. Von dem Camping **** Mario in Caldonazzo sind wir ebenso positiv überrascht wie auch von der bezaubernden Gegend. Aus dem geplanten 3 Tage Aufenthalt wurde schließlich eine ganze Woche. Schön auch die zahlreichen guten Speiselokale rund um den Campingplatz.

Ein schöner Campingplatz, nicht nur mit schönem Pool. Auch der Caldonazzo See ist herrlich.

Lago di Caldonazzo: Ein beliebter Badesee und gar nicht kalt 😉

…auch Bootsport ist möglich

Caldonazzo, im Hintergrund das Bergdorf Tenna

Caldonazzo See

Caldonazzo See

Blaue Stunde am See, wovon die beiden wohl träumen ?

Nächtlicher Blick auf Calceranica

Die nächsten Tagen nutzen wir für Ausflüge in die schöne Umgebung. Schließlich haben wir ja unsere e-Bikes mit dabei und die Radwege quer durch die Apfelplantagen und entlang der Brenta sind wunderbar und gut ausgebaut. Die Steigungen fast nicht zu bemerken und eine Sehenswürdigkeit folgt der anderen. Fahrräder, besonders e-Bikes sind hier das ideale Fortbewegungsmittel.

Borgo Valsugana

Ein kleiner, sehenswerter Ort entlang unserer Radtour und heute gerade Zentrum einer großen Radsportveranstaltung. Radrennsport scheint ja in Italien Tradition zu haben.

…entlang dem Radweg

Borgo Valsugana – die Burg oberhalb des Ortes

Borgo Valsugana, erinnert ein bischen an Venedig 🙂

Natürlich besuchen wir in den nächsten Tagen auch Levico Terme und die Umgebung. Genau wie Borgo Valsugana ein sehenswertes Örtchen mit einem eigenen See.

Levico Terme

Auch Levico Terme ist schön auf dem Radweg erreichbar, von hier aus bietet sich eine traumhafte Radtour rund um die beiden Seen Lago di Caldonazzo und Lago di Levico an.

Weinfest in Levico Terme

Blick vom Forte Colle Delle Benne auf Levico Terme

Levico Terme, unten der Lago di Levico

schöne Rad- und Wanderwege um den See

…..auch traumhafte Ufer hat der Lago di Levico

Lago di Levico

Auch sollte man einen Abstecher hoch zum Forte Colle Delle Benne nicht auslassen. Das Forte liegt südlich auf einem Hügel über dem See Lago di Levico und diente – noch von den Österreichern zur Kaiserzeit erbaut – als Beobachtungsposten und Depot. Glücklicherweise blieb das Forte von Kampfhandlungen im Krieg verschont und ist deshalb nahezu unbeschädigt. Von hier oben genießt man einen phantastischen Ausblick auf den Ort Levico Terme und den Lago di Levico, der Aufstieg zu Fuss dauert etwa 45 Minuten. Gelegentlich werden hier oben auch Sternen- und Himmelsbeobachtungen für Hobbyastronomen angeboten.

Forte Colle Delle Benne

…..und ein weiter Ausblick Richtung Tenna vom Fort

…Blick vom Forte Colle Delle Benne auf den See

Auf unserem Radweg um die beiden Seen entdecken wir bei Pergine Valsugana noch ein schönes Castel aus der Zeit der Langobarden, das sich auch besichtigen läßt.

Castel bei Pergine Valsugana

Nachdem wir jetzt schon eine Woche hier sind und bereits mehrmals unseren Platz auf dem Camping verlängert haben, wollen wir morgen weiter nach Meran. Es fällt uns etwas schwer, schließlich hat es uns hier sehr gut gefallen und nette Platznachbarn haben wir auch kennengelernt. Aber fürs Erste haben wir von hier genug positive Eindrücke gesammelt.

Meran

In Meran fahren wir direkt auf den Campingplatz **** Hermitage, der etwa vier Kilometer ausserhalb von Meran liegt und sich als einzige Enttäuschung entpuppen sollte. Obwohl an der Außentür der Rezeption der Hinweis prangt „wir akzeptieren die ACSI Card 2018“ möchte der wenig freundliche Manager hiervon nichts wissen. Die wenigen noch freien Plätze – so lies er mich wissen – könne er auch ohne ACSI Rabattkarte vermieten. Wir checken trotzdem ein. Schon bald merken wir, dass dieser Platz nicht unser Ding ist. Die viel befahrene Bergstraße ist auch nachts störend laut und das 4 km entfernte Ortszentrum im Tal ist fast nicht zu Fuss erreichbar. Nach nur einer Nacht zahlen wir über € 51 und fahren weiter. Für was der Platz vier Sterne bekommen hat, möchte ich auch gerne mal wissen. Ob es an dem Planschbecken hinter dem Hotel liegt oder an was auch immer, kann ich nur erahnen. 😉
Zuvor besuchen wir noch Meran, zu Fuss. Der Weg in den Ort ist nicht schön und größtenteils entlang der viel befahrenen Strassen.

Schönes Südtirol, aber es muss nicht Camping Hermitage sein 😉

Meran – Kurbereich

Über die Pässe Sella, Pordoi und Falzarego nach Cortina d`Ampezzo

Ich bin froh diesen Campingplatz in Meran wieder verlassen zu dürfen. Weiter geht unsere Fahrt über die Pässe Sella, Pordoi und Falzarego nach Cortina d`Ampezzo. In Klausen verlassen wir die Brennerautobahn und biegen Richtung Sella Pass ab. Die 21 km lange Passstraße schlängelt sich erst noch durch das Tal aber schon bald erreicht man den Sattel des Sella Passes. Die Steigungen am Pass sind mit 11% eher moderat und leicht zu befahren.
Passstraßen sind ja – sofern genügend Zeit vorhanden ist – meine Lieblingsstrecken. Oft tut sich nach jeder Kehre ein neues Panorama auf.

auf der Passhöhe des Sellapasses

Sella Pass

Panorama Sella Pass

Direkt nach dem Sella Pass geht es weiter über das Pordoijoch. Eine 22 km lange Passstraße mit insgesamt 50 Kehren und deshalb bei Motorradfahrern – so wie alle anderen Pässe auch – sehr beliebt ;). Die Steigungen mit maximal bis 10% sind eher moderaten Bereich zu suchen.

und weiter geht es über die Passstraßen

Passo Pordoi

Passo Pordoi

Der letzte Pass vor Cortina d`Ampezzo ist der Passo di Falzarego. Gefühlsmäßig ist diese 25 km lange Strecke der meist befahrene Pass auf dieser Tour.

Passo di Falzarego

Auronzohütte – Misurina

Über den Passo Tre Croci erreichen wir unser eigentliches Ziel, den Parkplatz an der Auronzohütte. Hier werden wir heute im Wohnmobil übernachten. Die Strasse hoch zur Auronzohütte ist mit einer heftigen Maut belegt. Wohnmobile zahlen satte € 45 aber auch für Pkw´s werden € 30 berechnet.
In dieser Höhe auf über 2300 Meter erwartet uns ein atemberaubender Blick und nachts ein gigantischer Sternenhimmel. Noch am selben Tag – trotz Spätnachmittag – unternehmen wir eine kleine Tour auf die andere Seite der Drei Zinnen.

Parkplatz für Wohnmobile unterhalb der Auronzohütte

was für ein Panorama

….im Hintergrund die Dreizinnenhütte

Sonnenuntergang auf dem Wohnmobilstellplatz

….der Tag geht, die Nacht kommt

…blaue Stunde, die Sonne verabschiedet sich

Traumhaft: die Mondsichel ist übrigens nur kurz da und verschwindet danach

Sternenhimmel Dolomiten

Wohnmobilstellplatz und Ort im Tal

Ort im Tal

auch ein Ort im Tal

auf der Rückseite der Drei Zinnen

Dolomiten Sternenhimmel

die Rückseite der Drei Zinnen

Dolomiten Sternenhimmel

Am nächsten Tag umrunden wir die Drei Zinnen, natürlich nicht ohne der Drei-Zinnen-Hütte und der Langealm einen Besuch abzustatten. Der Wanderweg 101 und 105 hat eine Länge von etwa 10 Kilometer, eine Gehzeit von etwa 3 Stunden und ist eher einfach zu begehen.

 

Die Drei Zinnen kennt jeder

Drei Zinnen Hütte

Gipfelhund vor schönem Hintergrund 😉

Drei Zinnen Hütte

Lange Alm

beeindruckend und immer wieder schön

die Drei Zinnen bei der Lange Alm

Panorama

Gegen späten Nachmittag – nach Abschluss unserer Wanderung – machen wir uns wieder auf die Fahrt Richtung Talstation. Unser nächstes Ziel ist ein Campingplatz am Toblacher See bei Toblach

Toblach – Toblacher See

Auf dem ACSI Camping *** Toblacher See bekommen wir einen Stellplatz. Ein schöner Campingplatz mit erstklassigen Sanitäreinrichtungen, ruhig und schön gelegen mit freundlichem Personal und einem sehr guten Restaurant direkt am See. Der See liegt schön eingebettet zwischen den Bergen der Dolomiten. Das Ortszentrum von Toblach ist selbst zu Fuss leicht erreichbar. Was mag das erst im Winter für ein bezaubernder Platz sein ?
Auf diesem Campingplatz bleiben wir die nächsten 3 Tage, Zeit für Radtouren und Wanderungen bevor es wieder Richtung Heimat gehen muss.

 

Toblacher See

Toblacher See

Nachthimmel am Toblacher See

 

Hier noch eine Übersichtskarte der Tour:

Karte zum vergrößern anklicken

mehr Fotos:

 

 

 

 

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16 Gedanken zu „Mit dem Wohnmobil ins Trentino

      1. Ruhrköpfe

        Oh ja, ich war vor einigen Jahren in der Gegend mit dem Motorrad. Sehr schön, solange man abseits vom Touristenrummel bleibt 🙂 Liebe Grüße, Annette

  1. Peter Klopp

    Fabelhafte Fahrt wenn auch nur auf deinen Bildren aus Norditalien! Mir gefallen besonders die Nachtaufnahmen. Für uns hier im Westen Kanadas wäre eine Fahrt in Rockies mit eurem Trip vergleichbar. Viele liebe Grüße! Peter

    Antwort
      1. Labby Autor

        Das ist super, auf das Wetter ist dort Verlass. Noch einen schönen Resturlaub wünscht Wolfgang

  2. ☼aktiv☼60plus☼

    Wirklich sehr, sehr schöne Aufnahmen. Besonders die vom Sternenhimmel- einfach nur großartig. Mit dem Wetter hättet ihr ja wohl riesiges Glück. Wie wir. Und jetzt direkt in den kühlen Herbst mit Sturm und Regen geschubst 😯 Kontrastprogramm! LG Sigrid

    Antwort
    1. Labby Autor

      Hallo Sigrid, vielen Dank. Auf das Wetter ist in Italien ja meist Verlaß aber dieses Mal hat es Petrus doch mit ganz Mitteleuropa gut gemeint 😉 . Der Sternenhimmel in den Dolomiten war schon atemberaubend und da hat es mich schon sehr gefreut, dass kein Wölkchen am Himmel war. Die letzten Tage hatten wir zu Hause auch Kontrastprogramm pur, wird aber wieder besser 🙂

      Antwort
  3. cablee

    Auch diese Tour reizt wieder zum Nachfahren! Danke fürs „Den-Mund-Wässerig-machen“ 🙂 So nichts dazwischenkommt, starten wir erst wieder Mitte April. Da heißt es die Durststrecke mit Reiseberichten anderer Wohnmobilisten zu überbrücken…
    Gruß
    Gila

    Antwort
    1. Labby Autor

      Hallo Gila, vielen Dank für Deinen Kommentar. Na dann wünsche ich Euch eine schöne Winterpause und viel Vorfreude auf das neue Reisejahr. Liebe Grüße Wolfgang

      Antwort

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