Italiens Süden 2019 – Zusammenfassung

Die letzten Wochen haben wir viel mit den Vorbereitungen für unsere nächste Tour verbracht. Am Fahrzeug musste noch die Inspektion durchgeführt, der Zahnriemen ersetzt und die Klimaanlage gewartet werden denn die nächsten 4 oder 5 Wochen wollen wir bis ganz in den Süden Italiens. Dieses Mal haben wir – der geplanten Reisezeit geschuldet – so viel eingepackt wie eigentlich noch nie und auch die E-Bikes wollten wir nicht zu Hause lassen. Selbst das gewohnte Hundefutter für unseren Vierbeiner Terry musste mit. An einem Dienstag im September ging es dann nachmittags endlich los.
In guter Erinnerung an die letzte Wiegekontrolle in Österreich ließ ich es mir nicht nehmen, noch während der Fahrt zu einer auf der Strecke liegenden öffentlichen Waage bei einem Agrarhandel zu fahren. Das Ergebnis passte genau. Laut Wiegeschein hat mein Fahrzeug voll beladen, vollgetankt und mit allen Personen genau 3600 kg, bei eingetragenen 3500 kg. Aber bis ich in Österreich bin, ist auch der Tank nur noch ½ voll 😉

Kiefersfelden

Unsere Fahrt geht an diesem Tag nur noch bis Kiefersfelden, direkt an der österreichischen Grenze. Eigentlich wollten wir den Wohnmobilstellplatz in Kufstein anfahren entdeckten aber eher zufällig den relativ neuen Wohnmobilstellplatz in Nähe des Bahnhofes Kiefersfelden.
Keine gute Entscheidung. Der Platz ist zwar schön angelegt aber wie sich bald herausstellte, rollt alles was mit der Eisenbahn über den Brenner geht 10 Meter hinter dem Wohnmobil vorbei. Manchmal hatte man das Gefühl der Zug fährt mitten durchs Wohnmobil. Wer auch immer von den Tourismusexperten in Kieferfelden diesen Platz ausgesucht hat, von den Bedürfnissen eines Wohnmobilfahrers scheint dieser keine Ahnung zu haben.

…Wohnmobilstellplatz Kiefersfelden, 8 Euro die Nacht, plus Stromkosten extra, Nachtunterhaltung gratis

Am nächsten Morgen geht es weiter. Ich wundere mich eh, wie ich ohne Schlaf schon so früh so fit bin. Aber vermutlich ist dies der Vorfreude geschuldet, diesen Platz wieder verlassen zu können.
Über die Inntalautobahn erreichen wir zügig Innsbruck, wo wir noch einen kräftigen Schluck Diesel tanken. Bis zum Brenner und zur italienischen Grenze ist es nicht mehr weit.

…kaum Verkehr an der Brennermautstelle

Kurzfristig ändern wir unseren Plan. Anstelle den überlaufenen Gardasee für einen Zwischenstopp anzusteuern, entscheiden wir uns wieder für den wunderschönen Lago Caldonazzo und dort erst mal 2 oder 3 Tage der Nachsaison in dieser wunderschönen Region zu genießen. Das ist zwar ein kleiner Umweg aber diese bezaubernde Gegend lohnt sich.

Lago Caldonazzo

Auf dem Camping Mario Village – der überraschenderweise noch immer fast voll belegt ist – und auf dem wir im letzten Jahr schon waren, bekommen wir noch ein schönes Plätzchen und bleiben bis zur Weiterfahrt Richtung Süden.

 


Fortsetzung
Heute geht es weiter nach Ancona, das wird nur eine Zwischenstation für eine Übernachtung sein. Vor uns liegen etwa 500 km Fahrt, die sich auf den gut ausgebauten italienischen Autobahnen gut bewältigen lassen.
Vor dem Urlaub hatte ich mir ein neues Navi besorgt, das schon wieder eine Verbesserung zu meinem bisherigen Gerät darstellt. Solche Hinweise wie „verlorene Ladung auf Ihrer Strecke“ oder „eine Fahrspur gesperrt“ oder auch „Bauarbeiter auf der Fahrbahn“ sind manchmal ganz hilfreich und kannte ich bei meinem alten Gerät gar nicht.

Ancona Baraccola

Den Stellplatz in Ancona – Baraccola hatten wir auch im letzten Jahr schon für eine Übernachtung auf der Rückfahrt genutzt. Besonders für eine Zwischenübernachtung liegt der Platz sehr gut, er ist nicht weit von der Autobahn entfernt und auch mit einer Ver- und Entsorgungseinrichtung ausgestattet. Direkt nebenan ist Auchan, ein großer Einkaufsmarkt der selbst an Sonntagen bis 20.30 Uhr geöffnet hat. Das ist natürlich ideal fürs Frühstück oder Abendessen aber auch, um das eine oder andere noch einzukaufen. Ab und zu hört man nachts einen Zug vorbei fahren, was uns aber nicht störte. Ab 22.30 Uhr ist meist Ruhe.

…der Stellplatz Ancona Baraccola, kostenlos mit Ver- und Entsorgung, kein Strom

Nach dieser Übernachtung geht es weiter nach Ortona, einer kleinen Hafenstadt in den Abruzzen. Unser Ziel ist der kleine Familiencampingplatz Ripari di Giobbe, der offenbar fast nirgends gelistet ist und mir in einem Abruzzenforum empfohlen wurde.

Ortona

Der Camping liegt etwas nördlich von Ortona. Die Zufahrt ist steil und eng, dafür liegt dieser traumhaft in einer abgelegenen Bucht. Ortona ist von hier aus nicht gut zu Fuß erreichbar. Weniger wegen der Entfernung, sondern vielmehr wegen der geografischen Gegebenheiten.

Die nächsten 3 Tage bleiben wir hier, besuchen Ortona mit dem Fahrrad und probieren dann gleich noch den neuen und schönen Radweg am Meer entlang aus. Hier läßt es sich gut entspannen und auch das Restaurant auf dem Campingplatz überrascht mit guten Fischgerichten aus der heimischen Küche.
Noch einige Fotos von Ortona:

…die Zitadelle

…Hafen mit Zitadelle

…Uferpromenade Ortona

…Stadtkern Ortona

Ein wunderschöner Radweg, direkt am Meer, eigentlich fantastisch aber nur eigentlich. 😉
So schön der Radweg auch ist, zur Zeit ist er fast nicht nutzbar. Meist ist der Radweg nur ein oder zwei Kilometer lang und endet dann im nirgendwo. Oft vor einer Felswand oder einem Tunnel. Schade auch, dass der Radweg weit weg vom Campingplatz beginnt und endet.

Fortsetzung

Costa Dei Trabocchi

Unsere Fahrt geht heute weiter an die Costa Dei Trabocchi, die liegt zwischen Ortona und Vasto. Sicher einer der schönsten Küstenabschnitte der Abruzzen. Die Küste ist nach den vielen Trabocchi benannt, die hier häufig zu finden sind. Trabocchi sind Fischereianlagen, die fast ausschließlich aus Holz bestehen und seit Jahrhunderten verwendet werden. Dieser Küstenabschnitt der Abruzzen ist rauer als der nördliche Teil. Die Sand- und Kiesstrände sind mit felsigen Küstenabschnitten und einsamen Buchten durchsetzt, die diese Gegend besonders reizvoll machen.

Auch in diesem Küstenabschnitt der Costa Dei Trabocch gibt es einen schönen Radweg der leider, wie schon weiter nördlich auch, nur teilweise ausgebaut ist und fast immer plötzlich irgendwo endet. Offenbar ist das auch ein Projekt, welches von der EU als Tourismusförderung für diese Region geleistet wird. Lobenswert

Für die Nacht finden wir in der Nähe Borgata Marina ein schönes Plätzchen direkt am Meer. Hier mit Blick aufs Meer und dem rauschen der Wellen lässt sich der Tag schön ausklingen und der Sonnenuntergang genießen. Ein Stellplatz, der in der Hauptsaison völlig undenkbar wäre, ist in der Nachsaison oft kein Problem.


Fortsetzung
Die Costa Dei Trabocchi war traumhaft und auch das besuchte Strandrestaurant in San Vito Chietino wird uns sicher in Erinnerung bleiben. Aber heute geht unsere Fahrt über die Autobahn weiter nach Castel del Monte.

Castel del Monte

Das Castel del Monte liegt in Apulien in der Umgebung von Bari und wurde um 1200 errichtet. Der große Busparkplatz mit den zahlreichen Bussen deutet schon auf ein großes Besucherinteresse hin. Besuchern mit dem Wohnmobil bietet man einen guten Service: Im Preis der Parkgebühr von 7 € ist auch die Übernachtung inklusive Strom und WC mit eingeschlossen.

…ein gewaltiges Besucherinteresse auch jetzt in der Nachsaison…Castel del Monte …ein herrlichter Ausblick ins Tal

Nachts, wenn alle Busse längst wieder verschwunden sind und vor deren Hotels stehen, hat man auf dem Monte einen wunderbaren Ausblick bis zum Meer. Der Stellplatz liegt nur wenige (Fuß-)Minuten unterhalb des Castel. Nachts ist der Weg dunkel, also Taschenlampe mitnehmen 😉

Stellplatz am Castel del Monte mit Strom, Sanitär sowie Ver- und Entsorgung für 7 € pro 24 Stunden. Das Restaurant gleich nebenan schließt um 20 Uhr, danach ist absolute Ruhe. Auch jetzt in der Nachsaison war der Stellplatz gut besucht.

… der Busparkplatz mit Restaurant, der Stellplatz ist hinter den Bussen


Fortsetzung:
Unsere Fahrt geht heute Morgen weiter nach Matera.

Matera – Kulturhauptstadt Europas 2019

Matera – eine der Highlights unserer Reise – ist eine süditalienische Stadt in der Region Basilikata und seit der Ernennung zur Kulturhauptstadt Europas 2019 auch weltbekannt. Entsprechend groß ist auch das Besucherinteresse an dieser Stadt. Eine Nachsaison scheint Matera jetzt (und vermutlich auch in der Zukunft) nicht mehr zu kennen.

Sehenswert sind die Höhlensiedlungen Sassi di Matera, die in der an den steilen Felshängen des zerklüfteten Flusstales der Gravina gelegenen Altstadt Materas liegen. Die Sassi wurden 1993 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.
In Matera wurden sehr viele mittelalterliche Filme gedreht. So wurde zum Beispiel in dieser Schlucht und in den Sassi (das sind die Höhlensiedlungen) die Außenszenen des Filmes „die Passion Christi“ gedreht.

…Schlucht der Gravina di Matera

… Sassi di Matera – die Höhlensiedlungen

Unser Stellplatz war etwas außerhalb von Matera, direkt an der Staatsstraße SS 7 im Area Camper Kartodromo Matera. Der Platzbetreiber ist sehr bemüht und bietet für € 25,00 neben dem Stellplatz auch noch einen Shuttleservice direkt in die Altstadt an. Den braucht man auch, denn von hier aus wäre das Zentrum zu Fuß nicht erreichbar.

 

Materas kulturelle Eindrücke sind bei einem Erstbesuch so erschlagend, dass man dafür eigentlich eine ganze Woche bräuchte oder man mehrmals wieder kommt.
Wir werden Matera sicher wieder besuchen.

Fortsetzung:
Mit bleibenden Eindrücken aus Matera geht unsere Fahrt weiter in Richtung Stiefelabsatz. Nach den vielen „fußläufigen Aktivitäten“ in Matera sind wieder einige Ruhetage am Meer angesagt. Unser nächstes Ziel ist Gallipoli, eine Hafenstadt am Golf von Tarent. Die Fahrt dort hin – teilweise an der Küste entlang – ist wunderschön.

Gallipoli

In Gallipoli finden wir einen Campingplatz in der Nähe der Stadt und direkt am Meer. Der Agricampeggio & Glamping Torre Sabea ist einfach und ganz in Ordnung. Für die nächsten 3 Tage wird er unsere Bleibe sein.
Die historische Altstadt liegt auf einer Felseninsel und ist auch mit dem Fahrrad schön erreichbar. Eine alte Brücke verbindet das Festland mit der Felseninsel.

…Gallipoli, Altstadt auf der Felseninsel …die alte Brücke verbindet die Neustadt mit der Felseninsel. Der Autoverkehr endet hier auf einem Parkplatz am Hafen …eine der schönsten Strand- und Badebuchten innerhalb einer Stadt die ich gesehen habe …Fischerhafen …nächtlicher Blick Richtung Rivabella im Norden …und ein abendlicher Blick auf die Hafenstadt Gallipoli vor dem Camping …Gallipoli am Tage...traumhaft, ein Schiff läuft bei Sonnenuntergang gerade in den Hafen ein

Der Camping liegt schön am Meer. Da bieten sich ausgedehnte Spaziergänge und Radtouren in den geplanten 3 Tagen an.

Fortsetzung
Heute geht es weiter, ganz hinunter zum Absatz des italienischen Stiefels.

Gedanken zum Umwelt – und Klimaschutz

Bevor ich in meiner Reiseberichterstattung weiter schreibe, möchte ich noch einige Eindrücke und Gedanken zum Umwelt – und Klimaschutz loswerden, die mich nachdenklich machen.
Je weiter man in südliche Regionen kommt, sieht, spürt und riecht man, dass sich hier nur wenige Menschen Gedanken zum Umwelt- und Klimaschutz und somit über ihre zukünftige Lebensgrundlage und die ihrer Kinder machen.
Ich habe mich oft schon gefragt, wie schafft es meine beim Obstkauf verwendete Plastiktüte ins Meer ? Weht der Wind sie aus der Mülltonne oder wird die Mülltonne nicht richtig entsorgt ?
Jetzt kann ich es mir denken. Vermutlich schafft es meine Plastiktüte gar nicht ins Meer zu gelangen, vielmehr ist dies der ganze Plastikmüll der hier direkt am Meer in Häfen, an Stränden oder einfach in der Gegend herum liegt und mit dem nächsten kräftigen Herbststurm ins Meer getrieben wird. Auch mit alten und ausgedienten Fischernetzen – Todesfallen für viele Meereslebewesen – wird entsprechend sorglos verfahren. Schockierend sind auch die zahlreichen wilden Müllkippen, die ganz ungeniert immer wieder nachgefüllt werden. Selbst ganze Gefrierschränke entsorgt man, in dem man diese einfach über den Hang hinunter kippt. Ganz sicher hat sich niemand die Mühe gemacht, das ozonschädliche FCKW vorher fachgerecht zu entsorgen.

…Plastikmüll direkt am Hafen …oft werden ganze Landstriche in Rauch gehüllt. Gehölze oder Überrest in der Landwirtschaft werden einfach verbrannt …Schnittgut und Gehölze werden verbrannt, der Boden oft mit Feuer unkrautfrei gemacht ...wilde Müllkippen …selbst vor der illegalen Entsorgung eines Gefrierschrankes wird nicht halt gemacht

Wie schön und sauber ist doch Deutschland, Österreich und viele skandinavische Länder. Wer kennt sie nicht – Gretas Friday for Future Bewegung. Aber zwischenzeitlich kommen mir Zweifel, ob wir uns nicht Sorgen machen müssen über die Arbeitsplätze für unsere Kinder. Ob wir nicht zu schnell und heftig an der Stellschraube drehen. Viele Automobilzulieferer bauen massiv Arbeitsplätze ab oder schließen sogar ganze Werke.
Hoffentlich werden unsere Kinder uns nicht einmal fragen: „Wo sind denn die vielen Arbeitsplätze von damals geblieben ?“

Fortsetzung
Heute Morgen geht es weiter. Wir fahren entlang der Steilküste, die uns immer wieder atemberaubende Ausblicke auf das türkisblaue Meer bietet.

Santa Maria di Leuca

Eine kleine Hafenstadt, die den südlichsten Punkt Apuliens darstellt und eine der Außengrenzen der EU ist. Hier trifft der Golf von Tarent auf die Meeresstraße von Otranto. In der Umgebung von Leuca gibt es an der Küste entlang mehrere Grotten, welche interessierte mittels Schiffstouren besuchen können. Diese Touren werden im Hafen angeboten, wir haben diese nicht besucht.
Ein schöner Stellplatz, um Leuca zu besuchen ist der gut ausgestattete Platz „La Cornula“ , der sehr zentrumsnah liegt und auch einen schönen Blick auf den Leuchtturm hat. Der Platz kostet € 21,00 und ist – je nach Wetterlage – bis Ende September oder Anfang Oktober geöffnet.

Das Wahrzeichen ist natürlich der Leuchtturm und die Basilika Santa Maria mit seinem großen Vorplatz auf dem Kap.

…Hafen von Santa Maria di Leuca...in Santa Maria di Leuca …das Wahrzeichen, der Leuchtturm von Leuca…Hafen

Nach Leuca geht es auf der Küstenstraße SS 358 weiter. Eine traumhafte Strecke, die auch durch kleinere Orte führt aber leider mit viel zu wenig Möglichkeiten, um anzuhalten.


Fortsetzung
Über die traumhafte Küstenstraße – der SS 358 – erreichen wir Otranto

Otranto

Otranto (nicht zu verwechseln mit Ortona in den Abruzzen) ist eine Hafenstadt am südlichen Ostende der Küste in Apulien und steht auf der Liste der „schönsten Orte Italiens“. Die Meerenge vor der Küste wird auch als die Straße von Otranto bezeichnet. Die Hafenstadt wird von Touristen viel besucht. Besonders sehenswert ist die Kathedrale und die Festung.
Direkt an der historischen Altstadt finden wir in der Via Minerva / Via Memorie (GPS N 40.14050 E 18.49277) einen kostenlosen Parkplatz auch für Wohnmobile. Der Wiesenparkplatz liegt unterhalb des Klosters Martini und ist auch nachts absolut ruhig. Ein junges ital. Ehepaar welches dort offenbar mit ihrem betagten Wohnmobil sehr häufig steht erklärt uns, dass der Platz sehr schön und auch kostenlos ist. Hier steht man sicher. Nachts ist der Platz taghell beleuchtet.

… der Stellplatz

Neben der erwähnten Kathedrale und der Festung sind auch die Bodenmosaike in der kleinen Basilika aus dem 12. Jahrhundert besonders sehenswert.
Fotos von Otranto:

…Hafen mit Blick auf Bastione dei Pelasgi… Kathedrale… in der kleinen Basilika… die Bodenmosaike aus dem 12. Jahrhundert … und zahlreiche Wandmosaike … Altstadt Otranto… Otranto … Otranto … Blick von der Bastione dei Pelasgi… traumhafte Strände und Buchten direkt am Hafen

 

Auf dem Parkplatz sind zwischenzeitlich noch zwei weitere Wohnmobile eingetroffen. Wir schlafen traumhaft, die Lager ist absolut ruhig und Frühstücksbrötchen gibt es in den Geschäften der Nachbarschaft. Morgen geht es weiter.

Fortsetzung

Lecce

Lecce ist eine Provinzhauptstadt mit rund 100tsd Einwohnern auf der apulischen Halbinsel Salento und eine pulsierende Universitätsstadt voller junger Leute. Die Altstadt mit seinem Kastell und den trapezförmigen Mauern und Bastionen sowie seiner Basilika oder dem Amphitheater und auch die vielen Piazze ist absolut sehenswert. Lecce wird von den Italienern nicht umsonst das Florenz des Südens genannt. Man sollte nicht den Fehler machen, die Stadt wegen der vielen anderen Sehenswürdigkeiten, die Apulien bietet, einfach auszulassen und nicht zu besuchen. Wir waren selbst total überrascht und erstaunt wie wenig oft diese Stadt in Reiseberichten genannt wird. Uns hat ein Niederländer, den wir auf dem Camping Gallipoli kennenlernen durften, von dieser Stadt regelrecht vorgeschwärmt.
Mitunter kann sich die Parkplatzsuche schwierig gestalten. Nach einiger Suche haben wir 1 ½ km von der Altstadt entfernt einen schönen kostenlosen Parkplatz mit viel Platz gefunden. Eine Anwohnerin meinte, hier steht ihr gut, da passiert nichts. Recht sollte sie behalten. Erst am späten Nachmittag kehren wir wieder zu unserem Fahrzeug zurück.
Und natürlich noch Fotos von Lecce:
Wenn man die Fotos so sieht, dann könnte man glauben der Frühling oder Sommer endet hier nie

 

Lecce ist herrlich, italienisches Flair, mildes Klima, pittoreske Gassen und zauberhafte Piazze, dennoch wollen wir den Abend direkt am Meer verbringen. Von Lecce führt die Straße SP 364 direkt und schnurgerade nach San Cataldo ans Meer. Hier gibt es in der Nachsaison (und vermutlich nur in der frühen Vor – oder Nachsaison) die Gelegenheit traumhaft schön am Meer zu übernachten.

San Cataldo

Bewohner treffen sich hier offenbar regelmäßig abends zu einem Plausch und genießen den Sonnenuntergang. Angler und Fischer sind noch bis in die Dunkelheit unterwegs. Alle Campingplätze hier in der Umgebung hatten glücklicherweise schon geschlossen. So stört unser Wohnmobil auch niemanden.


Fortsetzung
Solche traumhaften Übernachtungsplätze, wie hier in San Cataldo, liebe ich. Man steht einsam in einer traumhafte Lage, absolut ruhig, hört nur das rauschen der Wellen und die Seevögel.
Doch heute geht es weiter nach Alberobello

Alberobello

Alberobello am Beginn des Itria Karst Tal gelegen, gilt als die Hauptstadt der Trulli und ist berühmt für seine märchenhaften Trulli Hütten aus dem 14. Jahrhundert.
Trulli sind Häuser, die nur aus losen geschichteten Steinplatten errichtet wurden. Alberobello zählt zu den am meisten besuchten Orten Apuliens und ist UNESCO Weltkulturerbe. Den Ort sollte man besser in der Vor- oder Nachsaison besuchen um nicht mit den Besuchermassen nur durch die Gassen geschoben zu werden.
Unser Fahrzeug können wir auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz in zentrumsnähe parken.

Hier noch Fotos von Alberobello:

Unser nächstes Ziel ist Manfredonia

Manfredonia

Auf dem Campingplatz Campsite Lido Salpi finden wir gleich einen Stellplatz. Dieser ACSI Campingplatz – Tagespreis nur 14 € – ist noch überraschend gut besucht. Der Manager ist sehr freundlich und bemüht aber insgesamt ist der Platz enttäuschend. Der Sandstrand ist sehr schön, was aber auch schon das Einzige ist. Nur ist dieser wegen windigem Wetter diese Tage nicht nutzbar. Fahrradtouren ins 15 km entfernte Manfredonia sind nur über die viel befahrene Staatsstraße SP 141 möglich, was nahezu lebensgefährlich ist. Insbesondere dann, wenn die Rückfahrt in den Abendstunden stattfinden müsste. Nach wenigen Kilometern mit dem Fahrrad auf der SP 141 brechen wir ab und versuchen unversehrt wieder zum Camping zurückzukehren. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es keine. Auch sonst ist nichts vor Ort. Die Aktivitäten der anwesenden Camper scheint sich auf ein „vor dem Wohnmobil sitzen und alles beobachten“ zu reduzieren, vermutlich auch deshalb da der Strand zur Zeit schlecht nutzbar ist.
Morgen geht es weiter auf den Gargano.

Fortsetzung

Der Gargano

Der Gargano ist eine zauberhafte Halbinsel in Apulien mit unzähligen Grotten an der Küste und zahlreichen Höhlen. Fast der komplette Gargano ist Nationalpark. Der Gargano hat zwei sehr bekannte Wallfahrtsstätten, beide werden wir später noch besuchen (dazu später mehr). Auf dem Gargano ist noch lange Saison, wenn anderswo schon längst die Campingplätze geschlossen haben.
Die kleine Stadt Vieste erinnert an ein verträumtes malerisch-romantischen Fischerstädtchen mit einer Steilküste und dem Pizzomunno – einem steil nach oben ragenden Kalksteinfelsen – dem Wahrzeichen des Städtchens.

Vieste

Unser Quartier beziehen wir für die nächsten Tage auf dem schönen Stell- und Campingplatz Area Apeneste in der Lungomare Enrico Mattei in Vieste der gleich gegenüber dem Strand und auch sehr nahe am Zentrum liegt.

Von Manfredonia ging unsere Fahrt auf der traumhaften Küstenstraße entlang nach Viesta, die immer wieder atemberaubende Aussichten auf Buchten, Grotten und das blaue Meer frei gibt.

In Vieste begrüßt uns als erstes der Pizzomunno, dass ist ein großer „Zapfen“ aus Kalksteinfels und die Steilküste des Ortes

auch hier gibt es vereinzelt noch diese Trabocchi Fischerhütten, die besonders in den Abruzzen so typisch sind

und so einsame kilometerlange Badestrände findet man nur spät in der Nachsaison. Hier nördlich von Vieste – in der Bucht San Lorenzo – reiht sich Campingplatz an Campingplatz. Jetzt hat nur noch ein Campingplatz geöffnet. Die wenigen Badegäste teilen sich den Strand.

Vieste ist ein schöner Ort, mit allem was man in einem Italienurlaub so erwartet. Alte Gassen, endlose Treppen wunderbare Ausblicke und nicht zuletzt auch gute Restaurants. Nach 3 Tagen geht unsere Reise weiter. Irgendwie schade, denn hier könnte man noch sehr viel Zeit verbringen.

Nationalpark Gargano

Auf dem Rücken des Gargano durchqueren wir ein weites und abgelegenes Hochlandgebiet.
In der Hauptsaison im Sommer sicher ein gut besuchtes Wandergebiet, jetzt in der Nachsaison ist hier oben nur sehr selten ein Fahrzeug unterwegs. Die Strassen sind nicht besonders breit, immer kurvig und ab und zu muss man auch mit Steinen auf der Fahrbahn rechnen. Ab und zu begegnet man einen Ziegenhirten mit seiner Herde, aber das war dann auch schon. Die Strecke ist interessant, dennoch sind wir froh an der Küste wieder die Zivilisation zu erreichen.


Fortsetzung
Wir setzen unsere Fahrt über den Gargano fort. Nächstes Ziel ist der Wallfahrtsort Monte St. Angelo, oben in den Südhängen der Berge des Gargano gelegen.

Monte Sant Angelo

Das ist einer der bekanntesten Wallfahrtsorte Italiens seit der Erscheinung des Erzengels Michael und einer der ältesten Pilgerorte des Abendlandes. In diesem Ort erschien der Legende nach im Jahr 492 der Erzengel Michael den Hirten. Besonders sehenswert ist die Grottenkirche. Die Grotte ist aus dem Fels gehauen und enthält eine Anbetungszelle, in der eine Statue des Erzengels Michael verehrt wird.

… die Grottenkirche. Einer Inschrift am Eingang nach, werden demjenigen der die Grotte betritt alle Sünden erlassen

… San Michele ( UNESCO Weltkulturerbe ) in dieser Kirche ist die Grottenkirche. Die Bronzetür am Eingang ist aus dem Jahr 1076 und die älteste Kirchentür Apuliens… der Abgang zur Grotte… der Glockenturm … Monte Sant Angelo … ein Teil von Monte Sant Angelo … links das normannische Kastell

Monte Sant Angelo bietet zwei Wohnmobilstellplätze an. Einmal der große asphaltierte Stellplatz am Busparkplatz zusammen mit anderen Pkw´s oder etwas unterhalb und auch deutlich ruhiger ein Parkplatz auf einem Wiesengrundstück mit schönem Ausblick über das Tal. Der Preis ist 5 Euro auch mit Übernachtung. Serviceeinrichtungen sind hier nicht vorhanden.

Im Ort essen wir noch zu Mittag bevor unsere Fahrt weiter zur nächsten Pilgerstätte geht.

San Giovanni Rotondo

Mittlerweile hat San Giovanni Rotondo dem Pilgerort Monte Sant Angelo den Rang abgelaufen. Waren es ganz früher mehr Pilger in Monte S. A. so sind es jetzt deutlich mehr Pilger an der Grabstätte von Pater Pio hier in San Giovanni Rotondo. Pater Pio wurde im Jahr 2002 heilig gesprochen. Beide Orte liegen nur etwa 20 Kilometer auseinander.
Der offizielle Stellplatz (15 Euro) hier im Ort ist derart schmuddelig und verdreckt, dass wir uns auf einem normalen und kostenlosen Parkplatz ein Fleckchen suchen. Für die Nacht planen wir weiter zu fahren. Für die zahlreichen Pilger wurde eigens eine Kirche gebaut, die zweitgrößte Kirche Italiens nach dem Petersdom.

… die ursprüngliche Kirche

… die später gebaute Pilgerkirche

… die zweit größte KIrche Italiens nach dem Petersdom

… und die Innenansicht… der Abgang zur Grabkammer

… hinten in der Glasvitrine ist der Leichnam von Pater Pio

Nach dem Besuch der beiden Wallfahrtsorte geht unsere Fahrt weiter direkt ans Meer. Wir suchen uns einen ruhigen und gemütlichen Platz für den Abend und die Nacht.

Fortsetzung

Marina Lesina

In Marina Lesina haben wir an einem schönen Strandabschnitt mit jeder Menge Platz für uns gefunden. Der Betreiber des benachbarten Restaurants ist auch der Betreuer für diesen Strandabschnitt und gerade dabei Aufräumarbeiten für den bevorstehenden Winter durchzuführen. Obwohl der Platz jetzt – Anfang Oktober – eigentlich offiziell schon geschlossen ist, dürfen wir uns gerne die nächsten Tage noch hier hinstellen, solange er bei diesem schönen Wetter sein Restaurant noch geöffnet hält.
Marina Lesina ist ein Ortsteil des kleinen Städtchen Lesina und liegt noch im Nationalpark Gargano.

… Stellplatz in Marina Lesina, direkt am Strand, mit WC, V+E für 10 Euro pro Tag

Eigentlich wollten wir hier in Marina Lesina nur eine Nacht bleiben. Aber es gefällt uns so gut, dass wir noch einen weiteren Tag dranhängen. Am nächsten Tag unternehmen wir eine Fahrradtour ins etwa 6 km entfernte Lesina. Am Ende des zweiten Tagen merkt man schon, wie gegen Abend das Wetter umschlägt. Heftige Sturmboen und starke Winde sind schon die ersten Vorboten für ein starkes Gewitter. Abends, nachdem alle Gäste des Lokals verschwunden waren, rücken wir näher an das Gebäude um in dessen Windschatten zu stehen, was sich sofort angenehm bemerkbar macht. Draußen auf dem Meer – in einer geschätzten Bandbreite von etwa 50 Kilometern – toben sich 2 Stunden lang fast pausenlos Gewitterblitze aus. Ein beeindruckendes Naturschauspiel, besonders dann wenn man das Glück hat nicht mittendrin zu stehen und dies vom Rande aus beobachten kann.

… Lesina … Lesina

Nach 2 Tagen geht unsere Reise Richtung Norden. Nun verlassen wir den Süden endgültig.
Ein letzter Strandbesuch findet für uns nochmals in San Salva Marina in den Abruzzen statt.

San Salvo Marina

Hier in San Salvo Marina bleiben wir nur kurz. Nicht weil es uns nicht gefällt, sondern deshalb weil hier der sandige Wind derart stark ist, dass auch an einen Strandspaziergang gar nicht zu denken ist.
Danach geht es weiter in den bergigen Teil der Abruzzen. Die SS 650 führt durch landschaftlich herrliches Gebiet nach Isernia, die Straße ist autobahnartig ausgebaut und kostenlos.

… entlang der SS 650 hier: Bagnoli del Trigno


Fortsetzung
zurück aus dem Süden Italiens geht es durch

die Abruzzen – das wilde Herz Italiens.

Leider hat das Wetter total umgeschlagen. Man merkt, hier in den Bergen der Abruzzen, ist das Wetter wesentlich unbeständiger als am Meer oder im Süden. Auch die Temperaturen sind deutlich gefallen. Anstatt mit den im Süden oft verwöhnten 25° bis 30°, werden wir hier nur noch mit etwa 12° und Regen erwartet. Ab Isernia folgen wir der baldigen Ausschilderung zum Lago Barrea. Der Barrea See ist ein vor vielen Jahren geschaffener Stausee mitten im Nationalpark der Abruzzen. Direkt neben dem See befindet sich auch der gleichnamige Ort Barrea.

… Lago di Barrea

… Lago di Barrea und Ort Barrea – leider regnete es in Strömen 😦

… Barrea

Hier am Lago Barrea gibt es mehrere Stellplätze für Wohnmobile. Angefangen von sehr einfachen Plätzen (Foto) ohne jede Ausstattung aber in der Nähe des Sees bis zu sehr gut ausgestatteten Stell- und Campingplätzen. Dieses Gebiet – inmitten des Nationalparks – ist im Sommer ein stark besuchtes Wandergebiet.

… einfacher Stellplatz für 3 Wohnmobile in der Nähe des Lago

Unsere Fahrt geht weiter über den Passo Godi (Passhöhe 1630 m) der den Lago di Barrea und Scanno trennt. Die Passhöhe wäre sicher ein schöner und ruhiger Übernachtungsplatz um den nächtlichen Sternenhimmel zu beobachten. Das hätte ich auch gerne gemacht, aber leider macht uns das schlechte Wetter einen Strich durch die Rechnung.

Scanno

So geht es direkt weiter nach Scanno, das einhellig als das schönste Dorf der Abruzzen gilt und man unbedingt besuchen sollte. Bei meinen letzten Aufenthalten in den Abruzzen hatte ich Scanno immer wieder ausgelassen, da diese Perle der Abruzzen doch etwas abseits liegt.

… Scanno. Leider hat wieder strömender Regen eingesetzt

Mit Regenschirm und Stativ mache ich in der Nacht noch einige Fotoaufnahmen, bevor ich mich in unser Wohnmobil zurückziehe. Nachts kann es ganz schön frisch werden. Hier oben ist es total ruhig. Der Ort liegt immer noch auf einer Höhe von über 1000 m und wenn man Glück hat hört man sogar die Wölfe heulen.
Am nächsten Morgen ist das Wetter wie ausgetauscht und die Sonne zieht wieder über die Berggipfel. Die ausgiebige Besichtigung des Bergdorfes hole ich heute Morgen nach.

Scanno bietet zwei Parkplätze an. Ein kleiner Parkplatz – den wir nutzen – ganz in der Nähe der Altstadt und etwas unterhalb des Dorfes ein etwas größerer Parkplatz. Nachts stellen sich noch zwei weitere Wohnmobile dazu, damit ist der Parkplatz auch schon belegt, denn die restlichen Plätze sind für die Schul- und Linienbusse reserviert. Wer Scanno nicht unbedingt bei Nacht besichtigen möchte, dem sei der Stellplatz am Lago Scanno – einige Kilometer weiter – empfohlen.

Je ungemütlicher es draussen wird, umso gemütlicher ist es im Wohnmobil. Wir schlafen wie die Bären und Morgen geht es weiter.

Fortsetzung

Lago di Scanno

Heute Morgen geht unsere Fahrt von Scanno weiter in die Abruzzen Richtung Sulmona.
Unseren ersten Halt legen wir, am nur wenige Kilometer entfernten, Lago di Scanno ein. Ein idyllischer Bergsee auf einer Höhe vom 920 m der auch gerne als Badesee genutzt wird. Die Gegend um den Lago di Scanno ist ein gern besuchtes Ausflugs- und Wanderziel. Das Tal unterhalb des Lago bis nach Anversa degli Abruzzi mit weiteren Schluchten und Stauseen ist eng und besonders sehenswert. Diese reizende Umgebung lässt sich am besten zu Fuß erkunden, dazu bietet sich der Park- und Stellplatz am Lago an.

… Lago di Scanno … Parkplatz am Lago di Scanno, weiter hinten (nicht sichtbar) der Stellplatz… Dorf Villalago … See entlang der Sagittario Schlucht

Die Besichtigung des schönen kleinen blaugrünen Sees mit der Eremitage San Domenico lohnt auf jeden Fall einen Besuch.

… See entlang der Sagittario Schlucht… auf der anderen Seite der Brücke beginnt ein schöner Wanderweg 😉 mit Eremitage San Domenico … die Sagittario Schlucht

Nach der Sagittario Schlucht erreichen wir Anversa degli Abruzzi, ein bezauberndes Bergdorf mit nur rund 300 Einwohnern.

Anversa degli Abruzzi

Das Dorf steht auf der Liste der I borghi più belli d’Italia (zu deutsch: Italiens schönste Orte) und ist traumhaft in die Landschaft eingebettet. Im Hintergrund sieht man die höheren Gipfel der Abruzzen, die teilweilse schon mit Schnee bedeckt sind.

Eine Durchfahrt durch den Ort ist für größere Fahrzeuge nicht gestattet. Kleine Parkmöglichkeiten gibt es an beiden Ortseingängen.

Unsere Fahrt geht weiter nach Sulmona, einer echten Perle in den Abruzzen

Fortsetzung
Sulmona ist eine Perle in den Abruzzen und liegt traumhaft in einem Tal zwischen den großartigen Naturlandschaften des Majellagebirges und des Abruzzennationalparks. Ganz in der Nähe ist auch der Ort Pacentro, ein ebenfalls viel fotografiertes Bergdorf, das wir schon letztes Jahr besucht hatten und deshalb dieses Mal nicht besuchen werden. Weit über die Region hinaus bekannt sind in Sulmona die Confetti, eine Art Schokodragees, die meist zu Kunstblumen zusammengebunden werden.
In Sulmona gibt es auch einen schönen Stellplatz, der für zwei Tage unser Quartier sein wird.

Sulmona

Sulmona hatten wir im letzten Jahr zu den Osterfeierlichkeiten schon einmal besucht. Scanno oder Sulmona sind auch als Orte echte Highlights. Die fantastische Küche der Abruzzen und ihr guter Wein, sind untrennbar mit der Region verbunden. Das schöne in den Abruzzen – wie auch in ganz Italien – ist auch die überall sichtbare uralte Kulturlandschaft.

Dieses römische Aquädukt führte ganz früher rund 600 Liter Wasser pro Sekunde in die Stadt.

Piazza XX Settembre … Piazza Garibaldi … die Piazza Garibaldi und hinten rechts die Kirche San Francesco della ScarpaPalazzo und Chiesa della Santa Annunziata… Palazzo und Chiesa della Santa Annunziata – Kirche von innen

… ein Laden mit Confetti, eine Art Schokodragees, die meist zu Kunstblumen zusammengebunden werden


Fortsetzung
Sulmona war einfach wieder traumhaft. Nach diesen wunderschönen Tagen geht es weiter ins Orta Tal.

Bolognano – im Orta Tal

Bolognano ist nur ein kleines Dorf, etwa 15 km von Popoli entfernt. Von hier aus führt ein Wanderweg ins Orta Tal und auch zur Cascata della Cisterna.
Unser Fahrzeug parken für in der Mitte des Dorfes auf einem normalen Parkplatz.

Gleich hinter der Kirche ist der Wanderweg ausgeschildert. Ein Weg führt hinunter in Flusstal der Orta und ein weiterer Wanderweg zur Cascata della Cisterna.
Der Weg ist anfänglich breit und gut ausgeschildert. Doch bald kommt für uns ein überraschender Hinweis, dass der Weg gesperrt und nur noch auf eigene Gefahr hin zu begehen ist. Der Pfad oder Steig ist bald fast nicht mehr als solcher zu erkennen. Wir folgen dem Pfad trotzdem noch ein Stück weiter, bis dieser so schlecht wurde, daß auch zum Steilhang der Schlucht keinerlei Sicherungen mehr vorhanden waren.
Wir brechen ab ! In den Jahren, in denen ich schon in den Bergen unterwegs bin, habe ich eines gelernt, nie das Hirn auszuschalten. Und das hier war einfach zu gefährlich.
Wir marschierten zurück und wählten den Weg hinunter ins Ortatal. Ein traumhaftes Tal, das aber auch hier nach einiger Zeit eine Grenze aufwies. An einem Steilhang im Flussbett ist auch hier Schluss.

Zurück im Dorf, löst sich das Geheimnis schnell auf.
Zwei ältere Dorfbewohner – die gerade gemütlich auf einer Holzbank gegenüber der Kirche sitzen – frage ich, ob wir den richtigen Wanderweg gewählt hätten oder ob es noch einen anderen Weg geben würde. Die beiden erklärten mir, dass dies schon der richtige Weg sei, aber dieser Weg gesperrt wurde. Letztes Jahr sind zwei Personen bei dem Versuch die Cascata Cisterna – über den Panoramaweg oberhalb der Schlucht – zu erreichen, tödlich verunglückt. Die Cascata della Cisterna ist zur Zeit nur durch das Ortatal per Flussdurchquerung zu erreichen.
Dafür sind wir aber leider heute nicht ausgerüstet.
Über Popoli geht unsere Fahrt weiter nach Santo Stefano di Sessanio.

Santo Stefano di Sessanio

Dieses Bergdorf hat nur noch rund 100 Einwohner aber einige Übernachtungsherbergen und Lokale. Dieses kleine Dorf liegt landschaftlich sehr schön unterhalb des Campo Imperatore in den Abruzzen. Mit einer Höhe von 1250 m gehört es zu den höchstgelegenen Orten Italiens. Das Gemeindegebiet gehört zum Nationalpark Gran Sasso und Monti della Laga. Santo Stefano di Sessanio ist ein vom Frühjahr bis Spätherbst gut besuchtes Wandergebiet.

… Blick Santo Stefano di Sessanio

Parkplätze im Ort gibt es nicht, lediglich unterhalb des Dorfes, nahe einer Kirche ist eine Parkmöglichkeit (GPS 42.341742, 13.648413)
Eines der Wahrzeichen der Abruzzen ist die fast 1000 Jahre alte Burgruine Rocca Calascio, die zusammen mit der Kirche Chiesa di Santa Maria della Pietà auf vielen Titelseiten von Reiseführern abgebildet wird.
Von Santo Stefano di Sessanio aus, führt ein schöner Panorama-Wanderweg zu diesen beiden Sehenswürdigkeiten, die auf einer Höhe von fast 1500 m liegen. Wem der 1 ½ stündige Hinweg zu lang ist, der findet auch von der Gemeinde Calascia aus, einen deutlich kürzeren Aufstieg. Allerdings ohne „Panoramaweg“ 😉
Die Kirche Chiesa di Santa Maria della Pietà, wird nur noch zu bestimmten festlichen Anlässen geöffnet wird.

… hinten links ist noch Santo Stefano zu erkennen … Blick über die Abruzzen… hinten links die Kirche und Rocca Calascio … Rocca Calascio auf 1460 m Höhe … Teil von Rocca Calascio Kirche Chiesa di Santa Maria della Pietà gleich unterhalb der Burgruine

Nach Beendigung unserer Wanderung besichtigen wir noch Santo Stefano di Sessanio, auch in der Hoffnung ein passendes Lokal bzw. Restaurant zu finden. Das finden wir zwar, aber leider öffnet die Küche erst ab 20 Uhr, was uns einfach zu spät zum Abendessen ist.
Wir übernachten hier in Santo Stefano di Sessanio auf dem Parkplatz bei der Kirche, zuvor genießen wir noch den abendlichen Himmel der Abruzzen. Auf über 1200 Meter Höhe wird es auch diese Nacht wieder kalt, wovon man aber in einem Wohnmobil nichts merkt.


Fortsetzung
In Santo Stefano di Sessanio, dem Bergdorf in 1250 m Höhe, haben wir ruhig und gut geschlafen. Heute Morgen geht es weiter nach L`Aquila

L `Aquila

hatten wir die letzten Jahre immer wieder mal besucht. Bei unserem letzten Besuch vor wenigen Jahren stand die komplette Innenstadt noch voller Baugerüste und Kräne. Zu schwer und heftig waren damals noch immer die Schäden des Erbebens erkennbar. Auch jetzt – 10 Jahre später – sind die Wunden noch sichtbar. Aber man spürt, L´Aquila wird langsam wiedergeboren. Die Sanierung der vielen historischen Bauten wird aber noch die nächsten Jahrzehnte in Anspruch nehmen.
Gleich unterhalb der Burg Forte Spagnolo und in der Nähe der Altstadt bietet L´Aquila einen Wohnmobilstellplatz an. Der Platz ist kostenlos

Die Sanierung der vielen historischen Bauten in L´Aquila wird wohl noch die nächsten Jahrzehnte in Anspruch nehmen.

Unsere Fahrt geht weiter Richtung Adria. In Alba Adriatico, direkt am Meer, legen wir nochmals einen Halt ein, bevor gegen frühen Abend unseren Übernachtungsplatz in Ancona-Baraccola erreichen.

… in Alba Adriatico

Ancona-Baraccola

Diesen Stellplatz hatten wir auch schon bei unserer Hinfahrt schon für die Übernachtung genutzt. Wir staunen nicht schlecht, als das benachbarte Centro Commerciale – der Einkaufsmarkt Auchan – auch heute am Sonntag bis 20.30 Uhr geöffnet hat.

Mantua

Am nächsten Morgen geht unsere Fahrt direkt weiter zurück nach Mantua, unsere letzte Station in Italien. Mantua ist schön, italienisches Flair, mildes Klima, alte Gassen und eine zauberhafte Piazza und somit auch immer wieder ein schöner Ausklang unserer Italienurlaube.
Der Wohnmobilstellplatz Sparafucile in der Via Legnago kostet mittlerweile € 21,00 und ist somit schon lange kein Schnäppchen mehr.

Nach der Übernachtung in Mantua geht unsere Fahrt zurück nach Deutschland. Über Innsbruck geht es nochmals für einen Tag nach Garmisch Partenkirchen, wo wir immer gerne noch einmal einen Halt einlegen. Da wir hier nicht übernachten möchten, parken wir nur auf einem normalen Tagesparkplatz, ausreichend genug für einen kleinen Bummel durch die Geschäfte und um am Abend in unserer Pizzeria vorbei zu schauen. Übernachten werden wir etwa 20 km außerhalb, viel zu umständlich ist mir das Anmeldeprozedere – nur für eine Zwischenübernachtung – am Stellplatz Wankbahn.
Übersichtskarte der Tour
zum vergrößern anklicken

zum vergrößern anklicken

 

Ende