Tipps für Wohnmobil Neulinge

Hier einige Sicherheitstipps für Anfänger und Neulinge mit dem Wohnmobil

Anmietung eines Wohnmobils:

Für die Übernahme Ihres Miet-Wohnmobils sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen. Jeder – noch so kleine Mangel am Fahrzeug, Aufbau oder Innenausstattung – sollte auf einem Übergabeprotokoll genau dokumentiert werden.  Machen Sie von Kratzern oder anderen Beschädigungen ruhig Fotos, dann gibt es hinterher keine Diskussion ob die Mängel in dieser Art und Form schon vorhanden waren. Achten Sie auch darauf, dass unbedingt notwendige Ausstattungen (z.B. CEE Adapter, Stromkabel, Gasflasche, etc.) mit an Bord sind oder von Ihnen mitgenommen werden. Lassen Sie sich gründlich in das Fahrzeug einweisen und nehmen Sie auch die Bedienanleitungen zur Hand. Auch wenn es banal klingt, lassen Sie sich zeigen wo Frischwasser eingefüllt und wo Diesel getankt wird, eine Verwechselung kann sehr teuere Folgen für Sie haben. Eine zweite Person ist bei der Übergabe bestimmt nicht von Nachteil, da ja fast alles Neuland für Sie ist.
Notieren Sie auf einem Zettel die Fahrzeughöhe, Fahrzeugbreite und Fahrzeuglänge und klemmen sich diesen deutlich sichtbar ins Führerhaus.

Vorher – vor der Fahrt:

Gehen Sie vor Antritt der Fahrt Ihre Ausstattung nochmals mit einer „Packliste“ in Ruhe durch. Viele Fahrzeughersteller oder Schutzbrief-Versicherungen bieten im Notfall einen kostenlosen Schlüsselversand im Rahmen Ihrer Mobilitätsgarantie an. Dazu ist es aber notwendig einen Zweitschlüssel zu Hause bei einer vertrauenswürdigen Person zu deponieren. Von Vorteil kann auch sein, Kopien wichtiger Dokumente (Reisepass, Führerschein, Personalausweis, Impfpass für den Vierbeinen, Fahrzeugschein, Code Karte….) auf einem USB Stick zu speichern und bei Angehörigen zu Hause sicher zu deponieren.
Verteilen Sie Ihre Ladung gut, schwere Teile gehören in die Staufächer nach unten, lose und bewegliche Teile müssen gegen umherrollen und runterfallen gesichert werden.

Unterwegs:

Planen Sie für die ersten Fahrten keine allzu langen Etappen ein. Falls Sie sich einen festen Zielpunkt vorgenommen haben, dann sollten Sie sich den einen oder anderen Übernachtungspunkt schon vorher überlegen und auch immer eine Alternative, also einen Ausweichplatz – aussuchen. Haben Sie sich keine Route vorgenommen und somit auch noch keinen Übernachtungsplatz eingeplant , dann sollten Sie noch bei Tageslicht und nicht zu spät danach Ausschau halten. Hilfreich ist hier ein Stellplatzführer als Buch oder POI Daten im Navigationssystem.
Auch während der Fahrt sollten Ihre Wertgegenstände im Fahrzeug sicher verstaut sein und keinesfalls offen herumliegen. Überfälle auf Fahrzeuge im Straßenverkehr – besonders in Großstädten – werden immer wieder mal gemeldet, sie sollten deshalb Ihr Wohnmobil auch während der Fahrt verriegelt lassen.

Für die Nacht:

Übernachten im Wohnmobil ist nicht gefährlich, trotzdem sollte man nicht leichtsinnig werden und grundsätzliche Dinge beachten.
Nachts sollte im Fahrerhaus – also vorne wo Fahrer und Beifahrer während der Fahrt sitzen – nichts, aber auch gar nichts, aufbewahrt werden. Weder Navi noch abgelegte Kleidungsstücke und schon gar keine Handtaschen oder Dokumente haben im Fahrerhaus (oder Handschuhfach) etwas zu suchen. Vielmehr sollte die Sicht auf vorhandene Sicherungsmassnahmen frei sein. Ein dicker (5 cm >) Spanngurt mit Glöckchen oder eine einfache Kette zwischen den beiden Zuziehgriffen zeigt jedem, dass hier kein geräuschloses Eindringen möglich ist. Auch die Aufbautüre im Wohnraum lässt sich leicht mit einem Spanngurt sichern.
Weder bei einem Pkw noch bei einem Wohnmobil lässt sich die Möglichkeit eines Ein- oder Aufbruch grundsätzlich ausschließen oder gar verhindern. Nur möchte niemand der sich im Wohnmobil befindet im Schlaf überrascht werden. Neben den bereits erwähnten Sicherungsmaßnahmen wie Alarmanlage mit Türüberwachung, Spanngurt oder Kette zur Türsicherung gibt es einige sehr preiswerte Möglichkeiten den Innenraum vor einer nächtlichen Überraschung zu sichern. Eine Minialarmanlage als Tür- oder Fensterkontakt oder ein einfacher Türgong mit Bewegungsmelder leisten hier gute Dienste.

Parken Sie Ihr Fahrzeug so, dass Sie notfalls immer ohne rangieren wegfahren können. Auch sollte der Fahrzeugschlüssel immer griffbereit (niemals im Fahrerhausbereich) an einem festen Platz sicher aufbewahrt werden. Kette oder Spanngurt müssen so montiert sein, dass ein „Platznehmen“ auf dem Fahrersitz und wegfahren jederzeit möglich ist.

Meiden sollten Sie auf jeden Fall Rasthöfe und Parkplätze an Autobahnen als Stellplatz für die Nacht, denn der Lärm ist hier so hoch, dass Einbrecher fast lautlos arbeiten können. Suchen Sie sich lieber abseits in einem Dorf einen Parkplatz für die Nacht. Geeignet sind oftmals Parkplätze an Sportanlagen, Bädern, Gasthöfen (bei Einkehr) oder alle anderen öffentlichen Parkplätze. Der ideale Stellplatz ist sicher ein offiziell ausgewiesener – häufig sogar kostenloser – Wohnmobilstellplatz.

Zwischenstopp:

Vermeiden Sie es, bei einem kurzen Halt – zum Beispiel beim tanken oder beim Einkauf im Supermarkt – Ihr Wohnmobil alleine zu lassen. Soweit nicht unbedingt notwendig, sollte für die kurze Zeit während des tankens oder des Einkaufs jemand im Fahrzeug bleiben. Ansonsten gilt, das Fahrzeug immer komplett abzusperren und im Auge zu behalten. Vor jeder Weiterfahrt sollte ein kurzer Rundgang ums Wohnmobil mit Blick auf Reifen und Klappen stattfinden.
Lassen Sie gegen alle plötzlich sehr hilfsbereiten Personen ein gesundes Misstrauen walten.
Auch bei einem Zwischenstopp nichts sichtbar im Fahrzeug liegenlassen.
Denn für Ihren Schutz vor Diebstahl und Einbruch ist Köpfchen oft wichtiger als Elektronik und Mechanik.

Auf dem Platz:

Die Maße des Wohnmobils sind ungewohnt. Lassen Sie sich immer einweisen, entweder durch Ihre(n) Mitfahrer(in) oder einem Stellplatzkollegen. Jeder hilft gerne. Ist niemand vor Ort, dann ist es auch mal ganz gut erst auszusteigen und die Lage zu checken.
Vor der Weiterfahrt ist eine kleine Checkliste (Stützen Fahrwerk eingefahren, Strom abgesteckt, Klappen geschlossen etc.) ganz sinnvoll

Fahrräder:

Fahrräder sind ein begehrtes Objekt der Begierde. Allein in Deutschland wurden 2014 über 300.000 Fahrraddiebstähle gemeldet. Dabei sind die nicht zur Anzeige gebrachten Fahrraddiebstähle noch gar nicht mitgerechnet. Begünstigt werden viele Diebstähle durch schlecht gesicherte Fahrräder.
Ein Bike auf dem Fahrradträger am Wohnmobil läßt sich mit einem Bügelschloss (z.B. ABUS Bügelschloss Granit X Plus) oder einem massiven Kettenschloss gut sichern und am Träger anschließen. Spiralschlösser bezeichnete die Stiftung Warentest als „Geschenkband“ für Diebe. Besser immer anschließen und nicht nur abschließen, so dass ein einfaches wegtragen nicht möglich ist.
Auf alle Fälle sollten Sie die Rahmennummer notieren und – besonders bei hochwertigen Rädern – ein Foto machen, damit Sie der Polizei bei Diebstahl auch brauchbare Informationen zur Verfügung stellen können.

Hier können Sie Ihr Fahrrad polizeilich registrieren. Link:  speichenkommissar.de

Allgemeines:

Das Fahrzeug ist kein Tresor, nicht benötigte Wertsachen sollten zu Hause bleiben.


Beispiele einfacher und preisgünstiger Möglichkeiten die Türen zu sichern:

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Kette zwischen den Fahrerhaustüren – Kosten etwa 10 Euro

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Spanngurt zwischen den Fahrerhaustüren – Kosten etwa 8 Euro

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Kette vom Griff der Aufbautüre zum Gurtschloss – Kosten etwa 5 Euro. Durch Gurtschloss sehr schnell zu lösen bzw. zu befestigen.

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Türgong wp_comp_img_5118_1

Kontaktalarm für Tür oder Fenster

Noch mehr Tipps hält die Polizei hier für Sie bereit:  Link


wppresse

Externe Links zu Pressemitteilungen:
Spanngurt verhindert Einbruch – Link
Wohnmobildiebstahl scheitert an zusätzlich eingebauter Diebstahlsicherung – Link
Camper bestohlen während sie schliefen – Link
Auf Autobahnparkplatz nachts Wohnmobil aufgebrochen – Link
Wohnmobil nachts auf Rasthof aufgebrochen – Link
aktuell – Link
In Wohnmobil an Autobahnparkplatz nachts eingebrochen – Link
Ehepaar auf Autobahnraststätte ausgeraubt – Link

Haben Sie auf Ihrer Wohnmobiltour unerfreuliches erlebt oder Tipps für andere Wohnmobilfahrer ?

Das ist die persönliche Meinung des Autors und natürlich ohne Gewähr

Ähnlicher Beitrag: Alarmanlage eingebaut

4 Gedanken zu „Tipps für Wohnmobil Neulinge

  1. 🔆Sigrid🔆

    Vielen Dank für die tollen Tipps. Diese Seite muss ich mir gleich speichern und noch mal in Ruhe alles durchlesen bzw. Dinge besorgen. Wir machen zum ersten Mal eine Womo-Reise im September und sind froh für Tipps Profi. Wir wollen heraus finden, ob WoMo Reisen etwas für uns sind, wenn wir demnächst beide nicht mehr arbeiten. Darf ich fragen, welche App ihr verwendet für die Stellplatzsuche? Vermutlich steht das auch irgendwo, aber ich habe noch lange nicht alle gelesen. Die Auflistung der Stellplätze mit Beschreibung ist KLASSE, aber den Laptop hat man ja nicht ständig online 😀 Liebe Grüße Sigrid

    Antwort
    1. Labby Autor

      Hallo Sigrid,
      danke für die lieben Kommentare. Als Stellplatz App kann ich euch nur Campercontact empfehlen. Hier funktioniert auch die offline Version super. Die 6 Euro pro Jahr (fuer die bessere Version) sind gut angelegt. Auf alle anderen App kann man auch verzichten.
      Viel Spaß bei euren Touren.

      Antwort
      1. 🔆Sigrid🔆

        Ach, und wir dachten die Promobil App wäre gut, weil die so „beworben“ wird. Wir sind ja blutige Anfänger. Deshalb danke für deinen Tipp. Grüßle

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