Richtung Ostsee 1. Teil

Unser eigentliches Ziel in den bayerischen Alpenraum zu fahren, konnten wir gleich wieder vergessen. Aufgrund des damals stattfindenden G7 Gipfels herrschte im ganzen Alpenraum mehr oder weniger Ausnahmezustand. Besonders schlimm war es aber in unserem zuerst geplanten Zielort  in Garmisch Partenkirchen. Nicht dass dort nur der Stellplatz gesperrt gewesen wären, nein auch alle anderen Parkplätze und Zufahrtsstraßen waren mehr oder weniger blockiert. Wir entschließen uns deshalb kurzfristig in die entgegengesetzte Richtung – nach Norden – zu starten.

Bei schönsten Sonnenschein ging es los. Auf der Autobahn hatte man das Gefühl, als ob die Kraftstoffpreise derzeit keine Rolle mehr spielen würden. Nicht wenige Pkw´s rasen an mir vorbei also ob ich stehen würde, und das, obwohl ich mit meinen 110 km/h im Wohnmobil gefühlt doch recht flott unterwegs bin. Wenn unsere Regierung wirklich ernsthaft an das Energiesparen denkt, dann wäre ein Tempolimit sicher sinnvoller als der Austausch alter Duschköpfe in der Brause, wie ein Politiker meinte.
An Leipzig vorbei finden wir bei Coswig einen wunderbaren  Übernachtungsplatz. Obwohl erst Nachmittag entschließen wir uns, den Rest des Tages in Coswig zu verbringen und hier zu übernachten.

Coswig (Anhalt)

Der Platz liegt direkt am Fähranleger an der Elbe, nachts absolut ruhig und das in einer grünen Umgebung an der Elbe. Der Parkplatz liegt einfach traumhaft und ist sogar kostenlos.
Trotz Extremhitze (draußen tagsüber > 35°) schlafen wir gut. Die Elbe verschafft uns nachts viel kühlere Luft.
Abb. oben: Ein wunderbarer Parkplatz direkt am Fähranleger an der Elbe bei Coswig. Der Parkplatz ist kostenlos. GPS 51.876791 und 12.45506
Coswig ist eine kleine Stadt an der Elbe im Landkreis Wittenberg. Der Stadtkern mit Schloss, Klosterhof und Rathaus ist durchaus sehenswert. Die Rad- und Wanderwege rund um Coswig und an der Elbe entlang sind gut ausgebaut und schön ausgeschildert.
Hier noch ein kleiner Foto-Rundgang durch die Stadt:
Foto oben: Coswig an der Elbe
Cowsig, der Rathausplatz
Foto oben: Die Eisdiele (rechts) muss man besuchen 😉
Foto oben: Stadtmuseum
Foto oben: Schloss Coswig – sieht von weitem noch sehr gut aus
Foto oben: Rückseite Schloß Coswig – aber wenn man näher kommt nagt der Zahn der Zeit
Foto oben: Herrliche Rad – und Wanderwege
Foto oben: Die Gierseilfähre gleich neben meinem Parkplatz. Die Fähre bringt Fussgänger, Radfahrer aber auch Fahrzeuge auf die andere Seite der Elbe
Foto oben: Eine wunderschöne Abendstimmung haben wir auch noch. Glück gehabt.
Nächster Tag
Sehr früh am Morgen – es ist noch so richtig kühl – laufe ich gleich die erste Runde mit meinem Vierbeiner. Da bin ich nicht lange alleine. Ich begegne vielen freundlichen und gut gelaunten Hundebesitzern, die wie ich auch die kühlen Morgentemperaturen für Ihre Hunde nutzen. Auffallend ist die große Freundlichkeit, mit der uns alle Leute hier begegnen. Hier ist halt kein Tourismusschwerpunkt und die Menschen freuen sich noch anderen Leuten zu begegnen. Das ist in den Touri-Hotspots schon ganz anders.
Kurz bevor wir losfahren, telefoniere ich mit einem nahen und auf unserer Route liegenden Campingplatz, ob dort (gegen Bezahlung) eine Ver- und Entsorgung möglich wäre. Als Antwort bekam ich erwartungsgemäß „das ist natürlich möglich“ und die freundliche Frau erklärte auch gleich, welches Ticket ich am Schrankenautomat lösen müsste, sodass ich mir den Gang zur Rezeption gleich sparen könnte. Gesagt getan, ich löse ein entsprechendes Tagesticket und hab für die Ver- und Entsorgung jetzt eine Stunde Zeit. Das wäre eigentlich alles nicht erwähnenswert, wäre da nicht dieser gelangweilte „Oberlehrer“ gewesen, der ernsthaft glaubte, ich würde irregulär die V+E nutzen. Erst als ich den Oberlehrer nach kurzer Diskussion informierte, dass ich für die V+E bezahlt hätte und ich ihm dann auch noch den Preis dafür nannte, schloss dieser seine Kaulippe und ging zu seinem Wohnmobil (mit Kennzeichen HB) zurück. Also Leute gibts, das ist schon sagenhaft. Über diesen Zeitgenossen haben wir uns auf der Weiterfahrt noch den ganzen Tag amüsiert.

Lutherstadt Wittenberg

In Lutherstadt Wittenberg fahren wir den kostenlosen Parkplatz in der Straße Platz der Jugend an. Hier sind etwa fünf Plätze für Wohnmobile oder Wohnanhänger reserviert. Zum Zentrum ist es nicht weit und selbst zu Fuß schnell erreichbar.
Foto: Kostenloser Parkplatz bei den Sportanlagen für Wohnwagen und Wohnmobile
Die Lutherstadt Wittenberg liegt direkt an der Elbe und ist durch die engen Verbindungen von Martin Luther – dem Wegbereiter der Reformation – weltweit bekannt. Heute ist die Stadt zudem noch eine Universitätsstadt. Die Altstadt ist mehr wie sehenswert. Hier ein kleiner Fotorundgang:
Foto oben: Die Schlosskirche
Foto oben: Die Schlossstraße mit Blick auf die Schloßkirche
Foto: Schloßkirche mit Museum
Foto: Die Thesentür von 1858
Foto: Lutherstadt Wittenberg die Schloßstraße
Foto: Der Marktplatz mit der Stadtkirche
Der Marktplatz mit der Stadtkirche
Foto oben und unten: Altes Radhaus Wittenberg
Foto Marktplatz Wittenberg

Das Lutherhaus, einst ein Kloster und Luthers Wohnhaus, ist heute ein Museum mit seinen persönlichen Gegenständen und Gemälden. Auf dem Hauptplatz der Stadt, dem Marktplatz, steht die Stadtkirche aus dem 13. Jahrhundert, die als Mutterkirche der Reformation bekannt ist und in der Luther predigte.
Nach Wittenberg fahren wir noch am gleichen Tag weiter nach

Jüterbog

Jüterbog ist eine Kleinstadt in Brandenburg mit einem sehenswerten historischen Altstadtkern und viel Geschichte, die weit über den 30-jährigen Krieg hinausgeht. Wer mehr über Jüterbog wissen möchte, der sollte mal bei Wikipedia reinschauen.
Eines hat Jüterbog für Wohnmobilfahrer auf jeden Fall zu bieten. Einen wunderschönen und dazu auch noch kostenlosen Stellplatz direkt am Blanker Teich und in Nähe des Freibades gelegen.
Foto: Schöner und kostenloser Stellplatz für Wohnmobile der Stadt Jüterbog. Liegt gleich am Ortseingang. Zusatzeinrichtungen gibt es hier keine. GPS Daten sind auf dem Foto. Die Straße ist Blanker Teich.
Hier noch ein Foto-Tour durch die Altstadt zwischen mittelalterlichen Türmen und sehenswerten Häusern:
Foto Rathaus Jüterbog
Foto: Das Dammtor
Foto: Kirche mit Friedhof gefallener Helden der russischen Armee
Foto: Rathausplatz
Foto: Rathausplatz
So gerne wir hier auf diesem wunderschönen Stellplatz am Blanker Teich übernachtet hätten, entscheiden wir uns einen anderen Platz für die kommende Nacht zu suchen. Der Grund ist relativ einfach: Der komplette Stadtkern und viele Nebenstraßen sind aufgegraben und der gesamte Umleitungsverkehr führt an diesem Stellplatz vorbei. Zudem beginnt die Baustelle schon nach wenigen Meter.
Unsere Fahrt geht weiter zum Kloster Zinna. Das Kloster ist nur 3 km von hier entfernt und ein Besuch von uns ohnehin fest eingeplant.

Kloster Zinna

Dieses alte Zisterzienser Kloster wurde 1170 gebaut und wird derzeit renoviert. Leider waren bei unserem Besuch deshalb auch Museum als auch Kloster geschlossen und nur von außen zu besichtigen.
Foto: Kostenloser Parkplatz am Kloster – GPS Daten auf dem Foto
und hier noch einige Fotos vom Kloster selbst:

Auch hier auf dem Parkplatz des Klosters hätten wir problemlos über Nacht stehen bleiben können. Da ich aber gar nicht weit weg von hier einen schönen und ruhigen – ganz offiziellen – Wohnmobilstellplatz an einer Therme kenne, fahren wir weiter.

Luckenwalde

Was für eine schöne Geste der Stadt Luckenwalde. Direkt an der Therme bietet die Stadt einen kostenlosen Stellplatz für Wohnmobile an. Zusatzeinrichtungen sind hier nicht vorhanden. Dafür ist der Platz von viel grün umgeben und absolut ruhig.
Foto oben und unten: Wohnparkplatz an der Therme, Straße Weinberge. Der Parkplatz ist kostenlos, Zusatzeinrichtungen sind hier nicht vorhanden
Selbst jetzt gegen Abend zeigt das Thermometer immer noch deutlich > 35 Grad an. Mit einer Abkühlung durch Gewitter ist nicht zu rechnen. Wir machen es uns im Schatten vor dem Mobil bequem, duschen ausgiebig im Wohnmobil und lassen den Tag ausklingen.

 

Nächster Tag

Fortsetzung folgt …..

 

 

 

 

20 Kommentare zu „Richtung Ostsee 1. Teil“

    1. Hallo Peter, ja so war es tatsächlich. Dem heißen Wetter folgen meistens Gewitter und auch mal Regen. Das ist dann auch so gekommen. Fortsetzung kommt ja noch, sobald ich Zeit habe. Liebe Grüße ins schöne Kanada. Wolfgang

      Gefällt 1 Person

  1. Hallo Wolfgang,
    schöne Eindrücke, schöne Tour. Mir fällt bei deinen Bildern auf, dass kaum Menschen zu sehen sind. Wirkt fast wie ein bisschen ausgestorben. Oder täuscht da mein Eindruck aus der Ferne?
    Der Elbradweg steht auf jeden Fall auch noch auf unserer nicht abgearbeiteten To-Do-Liste.
    Gute Weiterreise 😀
    Der WoMolix war da. 😉

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo WoMolix, vielen Dank. Nein dein Eindruck täuscht überhaupt nicht. Der Bericht ist ja etwa 2 Wochen zeitversetzt und damals waren wirklich sehr wenige Menschen unterwegs. Hat uns auch gewundert. Selbst im Stettiner Haff (2.Teil kommt bald) wo normalerweise viel los ist, auch da war relativ wenig los. Es war nirgends ein Problem einen Stellplatz zu bekommen. Einen Teil des Elberadweges haben wir schon abgeradelt und ist absolut empfehlenswert. Liebe Grüße und vielen Dank. Wolfgang

      Gefällt 1 Person

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