Gardasee im Februar – Teil1

Zugegeben, ich brauchte etwas Überwindung, nach einer Nacht mit dem Orkantief „Ylenia“ mein Wohnmobil aus der Garage zu holen und in Richtung Süden loszufahren. Beinahe hätte uns dieses heftige Sturmtief noch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Am Morgen regnete es immer noch in Strömen, aber schon nach dem Frühstück war für uns zu spüren, dass Regen und Wind nachließen und auch die restlichen Ausläufer bald durchgezogen sein werden. Wir sollten es nicht bereuen, losgefahren zu sein.
Das Wetter wurde zunehmend sonniger, ja in den Bergen sogar traumhaft. Auf der Inntalautobahn zum Brenner war fast kein Verkehr. Mein Augenmerk musste ich nur noch auf den Tacho richten, denn durch die gesamte Alpenrepublik begleitete uns auch diesmal das Tempolimit „Immissionsgrenzwert Luft“, was bedeutet, dass Tempoverstöße jetzt doppelt so teuer gebüßt würden wie sonst.
In Österreich tanke ich mein Wohnmobil nochmals voll. Der Dieselpreis ist pro Liter Kraftstoff hier zur Zeit etwa 20 Cent günstiger. Ein Schnäppchen ist der Dieselpreis trotzdem nicht mehr. Unseren ersten Halt möchte ich erst nach Überquerung des Brenner auf der südlichen Alpenseite einlegen. Das Wetter am Brenner kann sich täglich ändern und wie morgen die Straßenlage hier oben ist, weiß niemand sicher.
Unseren ersten Halt für die Nacht legen wir dann gleich in Sterzing (Südtirol) ein.

Sterzing

eine Alpen- und Kulturstadt ganz im Norden Südtirols ist sicher ein Ort, den jeder über den Brenner reisende Autofahrer kennt. Eigentlich viel zu Schade, um hier nur vorbei zu fahren. Ein wunderschöner Ort mit eindrucksvollen Bürgerhäuser und seinem Wander- und Skigebieten im Eisacktal ist selbst ein gefragter Urlaubsort. Vor einigen Jahren wurde Sterzing sogar zu einer der schönsten Kleinstädte Italiens gewählt. Wir wollten aber trotzdem weiter zum Gardasee.


Sterzing Altstadt

Auf den Parkplätzen zwischen der Sportarena und einem Supermarkt in der Brennerstraße finden wir einen kostenlosen Parkplatz, auf dem sich schon zahlreiche Wohnmobile für die Nacht eingefunden haben. Einige von den Wohnmobilen sollten wir später am Gardasee wieder sehen.

 

Abends besichtigen wir noch den Ort, bevor wir den anstrengenden Tag in einer Pizzeria beenden. Gleich neben der Sportarena befindet sich die absolut empfehlenswerte Pizzeria „Tie Break“ , zum Wohnmobil ist es hier nicht weit.
Wir haben gut geschlafen. Die Nacht war ruhig und kalt, wie in einem Gebirgstal eben. Der Supermarkt gleich nebenan versorgt uns mit frischen Brötchen, bevor es nach dem Frühstück direkt weiter an den Gardasee geht. Wie schon so oft legen wir ganz im Norden am Gardasee unseren nächsten Halt ein.

Riva del Garda

Der Gardasee bereitet uns einen traumhaften Empfang mit Sonne und morgendlichen Nebel über den See. Einfach herrlich.

Den Stellplatz in der Via Brione in Riva del Garda haben wir schon etliche Male besucht. Ein gut ausgestatteter Wohnmobilplatz mit allem was man unbedingt braucht.

Noch liegt der See teilweise im morgendlichen Nebeldunst. Jetzt im Februar tut sich die Sonne noch schwer über die Nebelschleier die Oberhand zu bekommen. Das kalte Wasser des Sees, eingekesselt von den Gardaseebergen hier im Norden, begünstigt natürlich die Nebelbildung jetzt im Frühjahr. Zudem verabschiedet sich die Sonne hier am Nordufer schon bald nach 16 Uhr hinten den Berggipfeln. Ist es tagsüber in der Sonne mit 20 Grad noch richtig angenehm, so wird es am späten Nachmittag schlagartig kühl und frisch.

Foto unten: Abendstimmung am Gardasee

Es ist immer wieder schön, dem Rauschen der Wellen hier am Ufer des Sees zu lauschen. Es sind derzeit noch wenig Menschen unterwegs. Meist sind es Einheimische beim spazieren gehen, oftmals mit ihren Vierbeinigen Begleitern. Urlauber sind jetzt im Februar noch in der Minderheit. Hotels und Campingplätze haben jetzt fast ausnahmslos geschlossen. Dagegen haben doch zahlreiche Restaurants und Cafebars in der Ortsmitte geöffnet.

Arco

Gegen Abend wechseln wir nochmals unseren Standort. Es entspricht eigentlich nicht unserer Gewohnheit, spät abends nochmals den Stellplatz zu wechseln. Noch dazu, da dieser Platz hier in Riva del Garda jetzt gegen Abend gut besucht war und wir eigentlich einen schönen Platz gefunden hatten. Der Grund für den Ortswechsel war, dass hier an der Peripherie von Riva d. Garda alle Lokale geschlossen hatten. Wir fahren auf den 7 km entfernten Wohnmobilparkplatz von Arco, etwas oberhalb vom Gardasee. Dieses kleine Örtchen hat uns schon bei unserem letzten Gardaseebesuch (Bericht Gardasee im November) begeistert. Dieses kleine Bergsteigerörtchen liegt nördlich im schönen Sarcartal. Über dem Ort thront auf einem markanten Steilfelsen eine mächtige Burgruine. Arco ist ein Eldorado für Kletterer, Mountainbiker und Freeclimber. Es gibt am Gardasee keinen anderen Ort, der auch nur annähernd über so viele Bergsportgeschäfte verfügt wie Arco. Auch jetzt im Februar ist Arco gut besucht.
Unser Wohnmobil parken wir auf dem Parkplatz an der Via Paolina Caproni (GPS 45.92225, 10.89034) gleich unterhalb der Altstadt und unterhalb des Steilfelsen mit Burgruine. Wir stehen neben zahlreichen Van´s und anderen Mobilen. Die meisten sind Kletterer oder Climber.
Im Ort finden wir gleich in der Nähe der Piazza Novembre eine gute Pizzeria. Danach geht es zurück ins Wohnmobil. Die Kletterer in ihren Van´s schlafen schon und die Nacht ist absolut ruhig. Jetzt noch eine letzte Gassirunde mit meinem Vierbeiner an der Sarca entlang und dann bin ich froh, in mein warmes Bett zu kommen.
Am nächsten Morgen war eigentlich geplant die wenigen Hundert Höhenmeter zur Burgruine aufzusteigen. Aber der Nebel vereitelte unseren Plan. Bei Nebel und somit keiner Aussicht hatten wir darauf keine Lust und machten uns auf die Weiterfahrt. Die Entsorgungsanlage ist nicht hier auf dem Platz, sie befindet sich in einer anderen Straße und ist gut ausgeschildert.
Im Industriegebiet von Arco entdecke ich eine SB-Autowaschanlage. So eine mit Dampfstrahler und natürlich Selbstreinigung. Hier herrschte viel Andrang, aber die Waschbox für große Fahrzeuge war gerade frei, da gab es für mich keine lange Überlegung. Auf der Brennerautobahn wurde mein Fahrzeug wie ein Stück Pökelfleisch eingesalzen und schrie förmlich nach Reinigung. Ich war total überrascht, wie blitzeblank ich nach Basisschaumreinigung und finaler Endreinigung den Waschplatz verlassen konnte. Einfach super und würde ich sofort wieder machen.
Auf der Ostseite des Gardasees geht es weiter in südliche Richtung. Immer wieder halten wir an und genießen den traumhaften Blick auf den See. Fast alle Parkplätze am See entlang sind jetzt gut anfahrbar und der eine oder andere Halt problemlos möglich. Unser nächster Stellplatz soll der in Garda sein.

Garda

Garda, nicht zu verwechseln mit Riva del Garda, liegt schon fast an der Südspitze des Sees. Auch diesen Stellplatz in der Via del Preite haben wir schon etliche Male besucht. Ein Stellplatz, der schon den Komfort eines kleinen Campingplatzes bietet. Vormittags sind nur einige Fahrzeug hier, später gegen nachts sollte dieser Platz dann komplett belegt sein. Die kleine Familienpizzeria „Jolly“ gleich in der Nähe, hat jetzt im Februar leider geschlossen. Auch hier im südlichen Teil des Gardasees liegt der Lago heute noch im Nebel, aber man fühlte schon, dass sich die Sonne bald durchsetzen wird. Das eiskalte Wasser dieses Bergsees und die warme Frühlingssonne fördert verständlicherweise die Nebelbildung. In diesem Ort bleiben wir 2 Tage, einerseits ist der Stellplatz sehr angenehm und andererseits hat auch der Ort seine schönen Ecken. Am Seeufer haben zahlreiche Lokale geöffnet, es ist kein Problem ein gutes Restaurant zu finden.

Fotos oben: Garda im Morgennebel
Fotos unten: später kommt die Sonne durch
Foto unten: Stellplatz in der Via del Preite

 

Peschiera del Garda

Unsere Rundreise um den Lago geht weiter. Unsere nächste Station ist Peschiera del Garda. Egal ob Vor- , Haupt- oder Nachsaison Peschiera ist ein Anlaufpunkt vieler Touris am Gardasee. Wir stehen auf dem Wohnmobilstellplatz in der Via Milano. Ein Stellplatz mit rund 100 Stellmöglichkeiten und diese nahezu komplett belegt. Irre und das im Februar. Zugegeben,  es ist jetzt Wochenende, aber ganz egal wann du nach Peschiera kommst, hier ist es immer voll. Verständlich, dass hier alle Geschäfte, Restaurants und Cafebars geöffnet haben. Während meine bessere Hälfte in den einem oder anderen Shop untertaucht, besichtige ich mit meinem Vierbeiner den Ort und vor allem den Hafen. Später verabreden wir uns telefonisch zu einem Cappuccino in einem Cafe. Gegen Abend essen wir im Wohnmobil. Ein gutes italienisches Nudelgericht können wir auch selbst machen. Der Ort ist uns ein wenig „too busy”.


Foto unten: Später kommt mir dieses Oldtimerschätzchen entgegen 😉 
Foto unten: Stellplatz in der Via Milano
Foto unten: Mein Vierbeiner hat alles im Blick 😉 

Morgen geht unsere Rundreise weiter.
Fortsetzung mit Teil 2 folgt…..
es geht weiter nach Sirmione, Salo und anderen…

 

10 Kommentare zu „Gardasee im Februar – Teil1“

  1. wow perfektes Wetter ! Hätte ich nie gedacht wo doch bei uns die Stürme die Überhand genommen haben. Der Jaguar E Typ ein Hingucker allemal !!
    Es scheint irgendwie menschenleer zu sein und das ist am Gardasee mehr als eine Seltenheit !
    Bin gespannt was noch kommt ! LG Manni

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    1. Hallo Manni, vielen Dank. Ja mit dem Wetter hatten wir totales Glück. Die 10 Tage die wir unterwegs waren, waren auch schönes Wetter. Abends wirds aber auch am Lago frisch. Vor dem Jaguar kamen noch andere Schätzchen, so schnell kam ich aber nicht auf die Straße um auch diese (hätte ich gern) noch zu fotografieren. Morgen kommt der letzte Teil, viel Spaß, liebe Grüße und ein schönes Wochenende. Gruss Wolfgang

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      1. ja stimmt richtig Glück gehabt !
        Vielleicht war in der Gegend so ein Oldtimer Sportwagen Treffen was den Jaguar betrifft. Sowas hört man ja des öfteren. Da sind die Raritäten unterwegs !
        Klar abends sinkt die Temperatur auch am Gardasee, es sind ja auch nur ca. 400 km von München weg.
        Bin gespannt was noch kommt

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    1. Vielen Dank. Ja die Ostseite des Gardasees ist die viel besuchte Seite des Lago di Garda und dort ist es auch sehr schön. Ruhiger und noch schöner ist die westliche Seite. Nochmals vielen Dank und liebe Grüße Wolfgang

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    1. Hallo Karin, ja da hast du recht. Mir fiel es auch sehr schwer bei diesem Wetter mein Mobil aus der Garage zu holen. Wind, Regen und dann am Brenner noch eingesalzte Fahrbahnen das braucht man nicht. Wenigstens war es während der Fahrt und auch auf der gesamten Tour sonnig schön. Ich wollte ja eigentlich auch in den Norden aber dagegegen sprachen 2 Dinge: Einmal das Wetter (dort oben war totaler Sturm) und dann meine bessere Hälfte 😉 Dann gings halt Richtung Süden 😉 Liebe Grüße und ein schönes Wochenende. Wolfgang

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    1. Hallo Christa, vielen Dank. Das freut mich. Wir sind ja auch regelrecht vor dem kalten Wetter geflohen. Da tut die Frühlingssonne schon mal richtig gut. Hoffentlich bleibt uns der Frieden erhalten. Liebe Grüße nach Kanada. Wolfgang

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