Sardinien Herbst 2021 – Teil 7

Fortsetzung von Teil 6

Pula

Von der Westküste direkt hierher, in den südlichen Teil unterhalb von Pula,  war schon ein Sprung. Stadt und Halbinsel Sant’Antioco haben wir dieses Mal ausgeklammert. Wir sind auf dem Camping Flumendosa gelandet, ein einfacher aber sauberer Campingplatz mit einem schönen langen Sandstrand.

Hier bleiben wir die nächsten beide Tage. Ausgiebige Spaziergänge und Strandurlaub sind angesagt. Nach Westen ein kilometerlanger Sandstrand und in Richtung Osten viele einsame Buchten mit Steinen aber auch viel Sand. Der Sandstrand gehört uns fast ganz alleine, trotzdem sind alle Rettungsposten noch besetzt. Da auf dem Campingplatz ein sehr gutes Restaurant mit dabei ist, brauchen wir diesbezüglich auch nicht lange suchen.
Nach zwei Tagen relaxen geht unsere Reise weiter nach Nora, hier ganz in der Nähe, zu den römischen Ausgrabungen.

Pula – Ausgrabungsstätte Nora

Auf den Spuren der versunkenen Stadt Nora.
Wer die Archäologie liebt (und nur der !)  ist hier sicher richtig. Die Ausgrabungsstätte liegt im Stadtteil Nora von Pula, direkt am Meer. Auf der dieser Halbinsel waren die alten Römer, die Spuren Ihrer Anwesenheit hinterlassen haben. Heute sind noch die Überreste aus dem römischen Zeitalter zu sehen. Der Eintrittspreis ist mit 8 € pro Person ( letztes Jahr noch € 5,50 ) für das was es zu sehen gibt, doch etwas übertrieben. Zudem ist dieses Jahr auch der benachbarte Turm gesperrt ist.
Gleich neben der Biglietteria gibt es eine Cafe-Bar. Bevor es weiter geht, gönnen wir uns hier noch zwei gut dazu passende schlechte Cappuccino im Plastikbecher für rund 4 Euronen. Wenigstens gibt es in der Nachsaison genügend kostenlose Parkplätze, auch für Wohnmobile.

Nach dem Besuch der Ausgrabungsstätte kommen wir gegen Mittag weiter. Unser Ziel ist für heute noch das Capo Carbonara, das südlichste Cap der Ostküste von Sardinien.

Capo Carbonara

Die Strecke wäre nicht weiter schlimm, doch leider müssen wir um den Moloch Cagliari rum. Kaum dass wir die Hauptstadt erreichen, stehen wir auch schon im Stau. Danach geht es zügig voran.
Das Capo Carbonara ist ein Vorgebirge an der Südostspitze Sardiniens und bildet das östliche Ende des Golfs von Cagliari. Zusammen mit der nahe gelegenen Insel Cavoli und der Insel Serpentara gehört es zum italienischen Marine-Nationalpark Capo Carbonara. Der Leuchtturm auf dem Capo Carbonara befindet sich auf der äußersten Spitze auf militärischen Sperrgebiet. Der Zutritt ist verboten. Als ich die Wachsoldaten trotzdem fragte, wurden die richtig deutlich.
Gleich gegenüber ist die Kohlinsel. Auch die verfügt über einen Leuchtturm der für wissenschaftliche Zwecke genutzt wird.
Die Küste am Kap verfügt über zahlreiche herrliche Buchten mit glasklarem Wasser, die alle zum baden einladen.


Foto oben:
Der Leuchtturm auf dem Capo Carbonara – militärisches Sperrgebiet und Zutritt streng verboten


Foto oben: Gleich gegenüber die Kohlinsel mit eigenem Leuchtturm

Hier bleiben wir über Nacht stehen, direkt an der Küste, ein traumhafter Platz mit Blick auf Leuchtturm und Meer

Foto oben: Abendstimmung – rechts Leuchtturm Kohlinsel
Foto unten: Sonnenaufgang am nächsten Morgen
Foto unten: Küstenabschnitt am Capo Carbonara

Wir haben hier wunderbar geschlafen. Die Nacht war absolut ruhig und der Himmel sternenklar. Durch die Frontscheibe sahen wir immer wieder Schiffe vorbeiziehen. Um den Ausblick zu genießen hatten wir die Frontjalousien offengelassen.
Heute Vormittag geht unsere Fahrt weiter um die Insel.

 

Etwas, was ich noch loswerden wollte:
Es ist schade, da gibt es so herrliche Punkte in der Natur und diese sind mit Fäkalien und Toilettenpapier im Hinterland verunstaltet. Auch auf diesem Kap war dies leider der Fall. Zu verdanken haben wir dies oftmals einer sogenannten vanlife Community, welche mit nicht autarken VW Bussen, Jeeps, Pick-up oder anderen ungeeigneten Fahrzeugen ohne WC manchmal tagelang campieren und keinerlei Entsorgungsmöglichkeiten haben. Da kann ich gut verstehen, wenn die staatliche Forstbehörde oder die Carabinieri mit empfindlichen Strafen antworten.

Fortsetzung folgt….

10 Kommentare zu „Sardinien Herbst 2021 – Teil 7“

  1. Tolle Landschaften und Aussichten und dem, was du loswerden wolltest, kann ich nur zustimmen! Ich bin zwar keine Wohnmobilreisende, aber ich kann mir vorstellen, dass es äusserst unangenehm ist, auf solche Hinterlassenschaften zu stossen! Wie gut, wenn da saftige Strafen verhängt werden!
    VG
    Christa

    Gefällt 1 Person

  2. Du hast mit diesen schönen Bildern viele Erinnerungen geweckt, vielen Dank dafür!
    Zum Zusatz… diese Hinterlassenschaften müssten nicht sein. Es gibt auch für Busse Trockentoiletten oder da fällt mir ein Begegnung in der Schweiz ein. Ein älteres Ehepaar mit VW Bus ist immer mit einem kleinen Spaten los.
    Leider denken viele nur an sich und nicht an die, die danach noch kommen 😦

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Karin, ja das weiß ich. Ich hatte auch vor zig Jahren einen VW Bus mit Porta Potti für den Notfall. Da ich oft schon bei Sonnenaufgang zum fotografieren unterwegs bin, sehe manchmal gezwungenermaßen diese „Ausflüge“. Natürlich beachte ich dies nicht. Ist halt unangenehm wenn du mit Hundi unterwegs bist und der Dreck liegt rum. Vielen Dank, liebe Grüße und schönes Wochenende. Wolfgang

      Gefällt 1 Person

  3. Schade, dass manche Touristen so respektlos mit der Natur umgehen. Ich habe es schon in verschiedenen Ländern gesehen…. Außerdem sind nicht nur die Touristen, sondern oft auch die lokale Bevölkerung daran schuld. Anscheinend gibt es noch viel zu tun, um die Einstellung der Menschen anzupassen.

    Gefällt 1 Person

  4. gestern haben wir ja davon geschrieben mit dem Müll und sonstigen Hinterlassenschaften. Ja ein Thema und ich verstehe die Menschen nicht die sowas machen. Sie wollen es doch selbst sauber und ordentlich haben. Da kommt der Gedanke “ nach mir die Sinflut“ !

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Manni, ja das ist richtig. Das ist so eine Art „vanlife community“ schnell mal irgendwo ein Foto machen, auf Twitter oder FB posten und dem Rest der Welt vorgaukeln wie toll und frei das unabhängige Leben ist aber sich um nichts drumherum kümmern. Da kann dann 1000mal Waldbrandgefahr sein aber man will im Freien grillen (man passt ja schließlich auf 😦 das nichts passiert) Für mich unverständlich. Liebe Grüße und schönes Wochenende. Wolfgang

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s