Schleswig Holstein – Fortsetzung Teil 3

Wir fahren weiter. Bevor wir Schleswig verlassen nehme ich an einer „drive in“ Coronaschnellteststation die sich bequemerweise gleich neben einer Tanksstelle befindet, noch schnell einen negativen Testbescheid mit. Wie vertrauensvoll diese Tests tatsächlich sind, dazu möchte ich mich lieber nicht äußern. Viel zu unterschiedlich sind die Testarten der einzelnen Teststationen.

Sankt Peter Ording

Von Schleswig geht es direkt nach Sankt Peter Ording. Wir fahren den Wohnmobilstellplatz in der Ketelskoog 10 an. Den Platz kennen wir, den hatten wir schon vor einigen Jahren besucht. Die Corona bedingte Zwangspause der letzten Wochen und Monate hat der Besitzer genutzt auf das bargeldlose Abrechnungssystem per EC Karte umzustellen. Der Platz ist gepflegt und sauber. Jede Leistung (Strom, Entsorgung, WC, Dusche….) erfolgt mittels Kundenkarte und wird absolut genau und korrekt abgerechnet.

Foto: Stellplatz in S.P. Ording im Ketelskoog

Was Sankt Peter Ording hat und andere nicht, das ist der sehenswerte Leuchtturm Westerhever mit seinem Natur- und Vogelschutzgebiet rundum und der kilometerlange Sandstrand.
Der Ort selbst ist mir eigentlich too business“ und unpersönlich.
Selbst am Strand wird die Kurkarte oder Eintritt verlangt.
Unsere erste Radtour geht deshalb auch gleich zum 15 km entfernten Leuchtturm Westerhever. Ein Muss für jeden Ording Urlauber. Aber das ist auch immer nicht ganz so einfach, denn das Wetter sollte mitspielen. Hat man Pech dann ist es nebelig, diesig oder regnet es sogar. Dann sieht man zwar den Leuchtturm, aber das Fotografieren macht so keinen Spaß. Heute scheint es, als ob wir Glück haben sollten. Der Fahrradweg führt unten am Deich entlang, wer was sehen will muss die wenigen Möglichkeit oben auf dem Deich nutzen. Die vielen Schafsgatter die man gefühlt alle 100 Meter auf und zu machen muß um mit dem Fahrrad durchfahren zu können nerven da schon mal. Mein Vierbeiner würde jetzt liebend gerne mal aus seinem Hundekörbchen aussteigen und den einen oder anderen Schafbock durch die Gegend jagen, aber der muss auf dem Fahrradgepäckträger sitzen bleiben. Sein Unmut ist für mich unüberhörbar.
Die Radwege an der Küste entlang sind hier begrenzt: Entweder nach Süden zum Eidersperrwerk oder nach Norden in Richtung Leuchtturm und weiter.
Hier noch einige Fotos von meinem Lieblingsmotiv:

Und weitere Fotos vom Strand. Kilometerlanger weißer Sandstrand und die dort so typischen Cafes und Restaurants auf Stelzen.

Wohnmobile und Fahrzeuge dürfen tagsüber – natürlich gegen Gebühr – an den Strand. Ab 22 Uhr müssen die Fahrzeuge den Strandabschnitt aber wieder verlassen. Übernachten im Wohnmobil am Strand ist nicht erlaubt und kostet Geld

Foto oben: Deichlöwen und eine zauberhafte Landschaft hinter dem Deich

„VanLife“ ist ja in aller Munde
VanLife, wörtlich übersetzt als „Leben im Bus“, ist nicht nur in den USA zu einer richtigen Bewegung, einem Lebensgefühl geworden. Zahlreiche Menschen leben im Van und ziehen durchs Land.
Besonders junge Leute sind davon besonders angetan die vorgegaukelte Freiheit und Naturverbundenheit zu genießen.
Auf diesen Zug springt natürlich auch gerne das Fernsehen auf. Mit affig gestellten Szenen (Fotos) wird das alles ideal dargestellt und in Szene gesetzt.
Die Realität sieht – zumindest für alle die im Van tatsächlich leben müssen – ganz anders aus. Nicht bei jedem Aussteiger reichen die Werbeeinnahmen von Insta, Twitti und Co um das Nichtstun zu finanzieren.

Das ist doch ein schöner Tagesabschluss.
Sonnenuntergang am Strand von Sankt Peter Ording.

 

Nach zwei Tagen hier in Sankt Peter Ording geht es weiter,
eine Fortsetzung folgt….

 

 

 

22 Kommentare zu „Schleswig Holstein – Fortsetzung Teil 3“

  1. das Wetter hat ja richtig gut mitgespielt was ja im Norden nicht immer unbedingt der Fall ist !
    Leben im Van wäre glaub doch nichts für mich ! Gut für einen Urlaub könnte ich mir das vorstellen aber auf längere Zeit ? Jeder Mensch hat doch Klamotten und sonstige persönliche Dinge, wohin damit ?
    Auch mit der Enge würde ich mit Sicherheit Probleme bekommen. Eine Privatsphäre muss doch auch mal da sein , einfach auch mal einen Rückzugsort ! LG Manni

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    1. Hallo Manni vielen Dank für deinen Kommentar. Ja das mit dem Wetter ist immer so eine Sache, da hilft einfach nur den Wetterbericht genau zu verfolgen und kurzfristig zu entscheiden. Ein Leben im VAN (damit ist ja an VW Bus Größe oder ähnlich gedacht) könnte ich mir auch nicht vorstellen aber in einem entsprechend komfortablen Wohnmobil schon. Mir aber reicht das Wohnmobil für den Urlaub, ich bin auch immer wieder sehr gerne zuhause. Liebe Grüße Wolfgang

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      1. Wollte noch mal auf deinen Beitrag zurück kommen. Habe ich das richtig auf dem einen Bild gesehen, ein richtiger Truckcamper? Ein V8 Truck mit einem Campermodul hinten drauf. Hatte der eine deutsche Zulassung? Solch ein Gespann wäre mein persönlicher Traum (durfte ihn in Kanada für 2,5 Wochen fahren). Nur erhebt sich die Frage, wie ist er auf den europäischen Standart umgebaut. Abwasser und „Feststoffe“.
        Liebe Grüße
        Roland

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      2. Hallo Roland,
        ja das Fahrzeug war mit einem deutschenKennzeichen (Landkreis GN) zugelassen. Das war ein Ford F450 als Basisfahrzeug. Das Fahrzeug ist ein Pickup mit Doppelkabine. Der Aufbau war eine Absetzkabine mit Slideout. Ein Frischwasser, Abwassertank und ein WC sind bei solchen Absetzkabinen in der Regel kein Problem. Durch das slideout hat der innen auch noch mal so richtig Platz. Die Umbauten auf europäische Zulassungsstandards sind zwar nicht unerheblich, stellen aber für die „Interessentengruppe“ in der Regel kein Problem dar.
        Liebe Grüße Wolfgang

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  2. Die Eintrittskarte zum Strand ist für uns ein NoGo. Das kommt mir vor wie ein Einkaufscenter-Betreiber der am Wochenende für den Schaufensterbummel noch Eintritt verlangt. Too Business eben 😜. Dieser neoliberalistische Vermarktung von Natur kann ich einfach nicht mehr folgen.
    Auch das öffnen eines Strandbereichs als „Wild-Parking-Area“ von 8:00 – 22:00 für „Live-Style-Affen“ halte ich für grenzwertig.

    Das die Industrie denn „VanLive-Hype“ aus geschäftlichen Interessen romantisiert ist verständlich.
    Die digitale Nomaden, die ich bisher kennenlernen durfte (die wenigsten sind mit dem Van oder WoMo unterwegs), arbeiten 60 bis 80 Stunden die Woche und das 50 Wochen im Jahr. Ein kleiner Teil ihrer Einkünfte stammt tatsächlich aus Afilliate-Marketing oder/und Produkt-Promotion. Aber hauptsächlich verdienen sie ihr Geld sehr professionell mit IT-Dienstleistungen, im Internethandel, mit PR-, Presse oder Recherche-Dienstleistungen oder mit Training und Coaching in den unterschiedlichsten Bereichen … und generieren je nach Business auch schon mal sechsstellige Umsätze.
    Jedes Business, das nicht eine ständige physische Präsenz erfordert, ist potentiell für so einen Lebensentwurf geeignet.

    Diejenigen, die glauben vom Social-Media-Daddeln und Nichtstun könnte man leben, die sind, sobald die Urlaubskasse leer ist, ganz schnell wieder von der Straße. 😉

    LG und gute Weiterreise
    Der WoMolix war da 😉

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    1. Hallo WoMolix, schöner hätte ich es auch nicht forumlieren können. Meine volle Zustimmung.
      Eintritt für den Strand wäre auch für mich ein NoGo, da dies aber in der Stellplatzgebühr mittels Kurtaxe enthalten ist, ist mir dies auch egal.
      Vielen Dank und liebe Grüße Wolfgang

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      1. Wenn der Eintritt sowieso schon mit bezahlt ist, warum sollte man das dann nicht auch nutzen. Da spricht nichts dagegen.
        Es zeigt aber eine bestimmte Haltung auf, die abgrenzt, und wenn es übertrieben wird auch ausgrenzt. Und darauf reagiere ich in aller Regel allergisch.

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  3. Wieder mal wunderbare Aufnahmen von eurer Holstein Reise, lieber Wolfgang. Hier in Kanada sind es die ganz reichen Leute, die in ihren gigantischen Motorhomes durch die Gegend reisen. Wie die armen Schlucker in Deutschland als Aussteiger den Winter in einem Van verbringen ist mir schleierhaft. Best wishes from Canada! Peter

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    1. Hallo Peter vielen Dank. So ein amerikanisches Motorhome ist schon etwas anderes als so eine kleine Blechdose von VAN. Diese jungen Leute/Aussteiger wollen den Winter ohnehin nur dort verbringen, wo ihnen den ganzen Tag die Sonne auf den Pelz brennt. Besonders im Winter 😉
      Liebe Grüße nach Kanada. Wolfgang

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  4. Dieser Leuchtturm gefällt mir auch sehr gut, überhaupt besuche ich gerne jeden Leuchtturm. der an der Strecke liegt – egal wo 😉
    Der Besuch von Westerhever ist inzwischen fast 10 Jahre her – dankeschön für die Auffrischung der Eindrücke! 🙂

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