Sind mobile Navigationsgeräte bald Elektroschrott ?

Die mobilen Navigationsgeräte von TomTom, Garmin, Becker oder Falk feierten ja im vergangenen Jahrzehnt richtig große Erfolge und der Markt boomte.
Aber braucht diese Geräte in Zeiten von Smartphone und Android überhaupt noch jemand oder enden auch diese Geräte bald als Elektroschrott wie mein alter Kassettenrekorder oder Walkman?

Tatsächlich ist es so, dass Smartphone & Co den konventionellen mobilen Navigationsgeräten schon jetzt das Leben schwer machen. Ein Smartphone ist im Grunde genommen mit fast der gleichen Hardware ausgestattet, wie wir es auch bei einem Navigationsgerät finden können. Dazu gehören: GPS-Empfang, Rechenprozessor, Speicherleistung und Anzeigendisplay.
Das ansonst so teuere aktuelle Kartenmaterial für die mobilen Navis wird als Navi App für Smartphones oftmals kostenlos angeboten und auch beim Kartenmaterial bieten die Apps mehr Möglichkeiten. Unabhängig davon kommt noch der nicht unerhebliche Anschaffungspreis des Navis hinzu, denn ein Smartphone besitzt man ja ohnehin.

Aber auch die Vorteile der Navis liegen auf der Hand. Handy-Displays haben den großen Nachteil, dass sie stark spiegeln. Oft lässt sich bei grellem Sonnenlicht auf dem Display nur noch wenig erkennen. Auch der große Bildschirm hat viele Vorteile. Dazu kommt, dass man mit dem separaten Navigationsgerät unabhängig von Telefon und Internet ist. Nimmt man ein Handy während der Fahrt in die Hand, dann droht bekannter Weise ein heftiges Bußgeld. Auch die Bedienung eines Navis ist einfacher. Einfach einschalten, Adresse eingeben und losfahren ist mit dem Smartphone nicht möglich. Da muss man sich erst durch das Menü zu den Apps tippen und kann dann die Daten eingeben.
Der große Vorteil eines Smartphone liegt sicher bei den Kosten und der vielseitigen Verwendungsmöglichkeit. Wie schon erwähnt werden viele Navigationsapp samt Kartenmaterial kostenlos angeboten und auch eine offline Nutzung – ohne Internet – ist möglich. Wer als Navi-Nutzer auch mal sein Fahrzeug stehen lassen möchte, ist mit einer Smartphone-App ebenfalls besser bedient als mit einem eigenen Gerät. Fußgänger, Radfahrer und Bahnfahrer wollen sicher die Navigation mit dem Smartphone nicht mehr missen.
Was die eigentliche Navigationsleistung angeht, da hatte bisher – soweit man den einschlägigen Testberichten vertrauen kann – immer noch das konventionelle Navi die Nase leicht vorne. Aber die Navigationsleistungen beider Systeme nähern sich immer mehr an, was auch meine eigenen Erfahrungen bestätigen.
Mein Fazit:
Besonders junge Autofahrer die nur ab und zu ein Navi in ihrem Pkw benötigen werden aller Voraussicht nach lieber ihr eigenes Smartphone nutzen als ein separates Navi zu kaufen. Langstrecken- und Vielfahrer haben meist ohnehin ein fest eingebautes Gerät in ihrem Fahrzeug. Aber für alle LKW Fahrer und viele gewerblich Reisende wird ein mobiles Navi unverzichtbar bleiben. Zudem werden auch viele Wohnmobilisten nicht auf die Unabhängigkeit eines separaten Gerätes verzichten wollen. Der Elektrofriedhof wird wohl so schnell noch keine Endstation für Navis sein.
Übrigens: Der beste Platz für ein Navi, so habe ich festgestellt, ist nicht wie oft auf den Straßen zu sehen die Mitte der Windschutzscheibe, sondern links vom Lenkrad. Da stört es keine Sicht, ist leicht zu bedienen und in der Armaturenbrettmitte bleibt Platz für die Dashcam.

 

15 Gedanken zu „Sind mobile Navigationsgeräte bald Elektroschrott ?

  1. Tanjas Bunte Welt

    Wir haben uns bewusst ein Navi gekauft, da es wie du sagst, größer ist und meiner Meinung nach auch sichere im Umgang. Zudem saugt es meinen Akku am Handy nicht leer und ich bin mittlerweile ein kleiner Appgegner. Für alles muss man sich schon was runterladen und müllt das Handy damit zu. Ich bin mit meinem TomTom zufrieden, auch wenn mein Handy mich sicher auch zum Ziel navigieren kann

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    1. Labby Autor

      Hallo Tanja, ja da hast du recht. Das Navi ist bestimmt der sicherere Umgang und man riskiert dann auch kein Bußgeld durchs Handy. Das mit dem zumüllen vom Handy ist tatsächlich so. Reichten am Anfang noch 16GB so braucht man jetzt oft schon 32 oder gar 64GB. Die App sind zwar kostenlos aber vermutlich nicht umsonst. Irgendeinen Preis (z.B. Werbung, Tracking etc. 😉 ) zahlt man vermutlich immer. Liebe Grüße nach Linz. Gruss Wolfgang

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  2. Pit

    Seit ich ein Smartphone habe, ist mein TomTom tatsaechlich „Elektroschrott“. Liegt zwar noch irgendwo rum, wird aber nicht mehr benutzt. Ebenso nutze ich mein Garmin, das ich mal fuer Rad- und Wandertoruen angeschafft habe, nicht mehr.
    Ich gebe zu, die Ablesbarkeit meines Handy-Displays laesst zwar manchmal zu wuenschen uebrig, aber das war mit TomTom nicht anders. Ich habe eine Halterung dafuer an der Windschutzscheibem brauche mir also keine Sorgen zu machen, dass ich Vorschriften uebertrete. Ich nutze Google Maps, denn das war vorinstalliert. Es klappt fuer mich prima, und so brauchte ich keine weitere App.
    Grundsaetzlich ist fuer mich eine Navigationshilfe unabdingbar, wenn ich z.B. alleine in einer Grossstadt wie San Antonio unterwegs bin. Wenn meine Frau dabei ist, brauche ich keine App, denn die habe ich dann sozusagen auf dem Beifahrersitz. Ich bin immer wieder ueberrascht, wie exzellent sie sich auskennt.
    Fuer unsere langen Reisen navigieren wir normalerweise in althergebrachter Weise, mit einer gedruckten Karte, und nutzen dann das Handy fuer die „letzte Meile“, z.B. um unser Motel zu finden. Klar, das Alles wuerde ein separates Navigationsgeraet auch schaffen, aber warum ein weiteres Geraet anschaffen?
    Und zum Abschluss noch etwas Lustiges. Hier gad es vor einiger Zeit einmal einen lustigen Werbespot, von eine Verischerung, die damals den Slogan hatte, „Life comes at you fast.“ Da faehrt also jemand schon eine innerstaedtische Strasse entlang, und das Navi sagt, „Turn right.‘ Was der Autofahrer auch – sofort – tut, und mir grossem Geklirre in einer Schaufensterscheibe landet. Und just in diesem Moment meldet sich das Navi wieder mit, „In 100 Feet.“ 😉

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    1. Labby Autor

      Hallo Pit, ja ist schon interessant welche Ansprüche jeder einzelne an so ein Navi stellt und wie unterschiedlich diese genutzt werden. Eines darf man natürlich nie machen und zwar das Hirn ausschalten. Sonst gehts dir (oder mir) so wie denjenigen mit der Schaufensterscheibe. Ist ja lustig auf welchen abgelegenen Waldwegen manche Fahrer dank Navi immer wieder landen. Wenn mich meine Frau navigiert (meist mit Ihrem Smartphone in der Hand) dann wirds meist kompliziert. Da fallen mir spontan einige sehr enge Gassen in einer kleinen italienischen Stadt ein. Das brauch ich auch nicht mehr 🙂 🙂 🙂 Viele Grüße nach Texas, Gruss Wolfgang

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      1. Pit

        Uebrigens, Deinen Tipp, den Navi bzw. das Handy an der linken Seite der Windschutzscheibe anzubringen, werde ich in Zukunft aufnehmen. Ich habe nie daran gedacht, finde es aber ganz prima. Danke!

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  3. WoMolix

    Ich nutze nach wie vor mein altes Falk-Navi, obwohl es keine Kartenupdates mehr gibt (wegen Konkurs). Ich gebe zu, ich habe mich nicht wirklich bemüht eine neue Lösung zu finden, aber ich schätze an meinem alten Navi, dass es beim Routing eben auch meine Fahrzeugmaße berücksichtigt. das habe ich so bei Apps noch nicht gesehen.
    Mehrfach hatte ich, noch ohne das Navi, die Situation, dass ich z.B. zu einer Unterführung nicht nur bei stock-finsterer Nacht in unbekanntem Terrain und die Schilder mit der Höhenangabe waren ungünstig montiert, zugewachsen oder irgendwie abhanden gekommen. Wenn dann auch noch stärkerer Verkehr hinzukommt und Platz zum Wenden nicht vorhanden ist, entsteht Stress pur.
    Daher ist ein WoMo oder LKW-Navi (da kenne ich mich nicht aus) für mich die erste Wahl.

    Noch eine Bemerkung zum linksseitigen Einbau des Navis. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, Links vom Lenkrad der bessere Platz ist. Aber – der/die Beifahrer(in) fallen dann als Eingabeassistenten aus. Außerdem ist für Rechtshänder die Eingabe auf der linken Seite etwas schwieriger weil ungewohnt.

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    1. Labby Autor

      Hallo WoMolix, das würde ich auch so machen. Hatte ja vorher ein Becker Navi, das ist glaube ich mit den Karten irgendwie verwandt mit Falk (und leider auch Pleite 😦 ) Das Navi war auch super aber nur leider immer wieder defekt was letztendlich zu teuer wurde. Mit so einem speziellen Wohnmobil Navi habe ich keine so guten Erfahrungen gemacht. Dieses Navi war mir zum Teil viel zu „vorsichtig“ und hat immer wieder deutlich längere Routen angezeigt als nötig. Das mit dem linksseitigen Einbau hat sich bei mir so ergeben, „da sich meine Frau auch nicht noch mit einem Navi auseinandersetzen möchte. Ihr reicht ihr Handy und damit kann sie ja ansagen 😉 “
      Rechtshänder bin ich auch, das ist zwar etwas umständlicher, aber während der Fahrt tippe ich eh nichts ein. Liebe Grüße auch an WoMoline. Gruss Wolfgang

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      1. WoMolix

        Wie viele unterschiedliche Arbeitsteilungen es bei den Wohnmobil-Teams gibt. WoMoline mit Karte und ansagen – hochgradig verwirrend für WoMolix und führt nur zu Streit. Darum lassen wir das lieber. 😉

        Becker… das stimmt, die wurden auch von der gleichen Firma mit Kartenmaterial versorgt. Diese Firma. ich weis den Namen nicht mehr, gehörte irgend wie zum Falk-Verlag mit dazu.

        Viele Grüße von uns zurück…

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    1. Labby Autor

      Hallo Peter, schön von dir zu lesen. Ganz ohne Navi und Smartphone, wie geht das ? Vermutlich kennst du deine kanadische Heimat wie aus der Westentasche, da muss ich dich schon fast beneiden. Liebe Grüße nach Kanada. Gruss Wolfgang

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      1. Labby Autor

        Hallo Peter, das kann ich mir gut vorstellen , dass das geht. Du wirst es nicht glauben aber trotz 2 Navis die ich oft mit dabei sind, habe ich immer auch Landkarten vom jeweiligen Land mit dabei. Papier ist halt Papier und viel übersichtlicher. Einmal hatte ich für Süditalien meine Landkarte vergessen, dann habe ich dort vor Ort eine gekauft. Landkarte ist immer noch Landkarte, trotz aller Navis. Liebe Grüße nach Kanada von Wolfgang

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    1. Labby Autor

      Hallo Priska, vielen Dank. Ja beide Geräte sind natürlich optimal 🙂 Was die Verkehrsnachrichten angeht, da suche ich immer noch nach einer passenden Lösung (oder App) die auch im Ausland zu gebrauchen ist. Liebe Grüße Wolfgang

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