Dashcam im Wohnmobil ein sinnvolles Zubehör ?

Ob eine Dashcam im Fahrzeug ein sinnvolles Zubehör ist oder nicht, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Leider geht dieser Einschätzung fast immer eine unliebsame Erfahrung voraus. So auch bei mir, die mich schließlich zum Kauf einer Dashcam überzeugte.

Letztes Jahr mit dem Wohnmobil in den italienischen Abruzzen unterwegs hatte ich so eine unangenehme Begegnung. In einer kurvigen Engstelle, deren Vorfahrtsverlauf durch Verkehrszeichen klar geregelt war, kam mir auf meiner Seite ein Jeep entgegen. Beide Fahrzeuge berührten sich am Außenspiegel. Während meinem Fahrzeug nichts passierte, war beim anderen Fahrzeug der Spiegel komplett defekt. Für mich eigentlich kein Problem dachte ich, da die Vorfahrtregelung mir Vorfahrt gewährte, der Unfallgegner hätte warten müssen und ich ganz rechts am Fahrbahnrand auch noch zum stehen kam. Zudem hatte ich (im Gegensatz zu meinem Unfallkontrahenten) eine Zeugin in meinem Wohnmobil sitzen, die dies jederzeit bestätigen konnte.
Hier mitten in der Botanik waren auch keine Carabinieri bereit, wegen dieser Bagatelle weit anzufahren. Wir tauschten unsere Personalien aus und ich informierte – wieder zu Hause – meine HDI Versicherung.
Ich staunte nicht schlecht, als ich nach Monaten die Mitteilung bekam, dass der Schaden im gegenseitigen Einvernehmen (50 : 50) geregelt wurde. Das bedeutet, dass jede Versicherung den halben Schaden bezahlt. Meine Versicherung 400 € und die gegnerische Versicherung 0 Euro, denn ich hatte ja keinen Schaden.
Ein Gespräch mit der Schadenabteilung meiner HDI Versicherung war ernüchternd: „Glauben Sie im Ernst, dass wir für 400 Euro einen Prozess in Italien riskieren, dessen Ausgang ohnehin ungewiss ist und ein Zeuge in ihrem eigenen Fahrzeug wird in Italien nicht einmal angehört. Dazu kommen noch Prozesskosten, da man sich schlussendlich auch wieder auf einen Vergleich einigen wird“.  Auf meine Frage zu einer eventuellen Dashcam: „Ja haben Sie denn Aufzeichnungen, wenn Sie dies beweisen könnten, dann würden wir die Forderung abwehren.“

Unfallfoto

Wieder in der Heimat befasste ich mich jetzt näher mit dem möglichen Kauf einer Dashcam, welche ich aber nur im Wohnmobil und nicht bei meinen Pkw´s nutzen möchte. Neben der Grundvoraussetzung von einer sehr guten Bildaufzeichnung bei Tag- und Nacht war für mich auch wichtig, dass sowohl die GPS-Daten, Datum und Zeit als auch die eigene gefahrene Geschwindigkeit mit aufgezeichnet werden. Unverzichtbar war mir zudem, dass die Kamera auch stehend auf dem Armaturenbrett montiert werden kann, damit diese nicht bei jedem Schließen der Jalousie im Wohnmobil von der Windschutzscheibe abgenommen werden muss.

Nextbase auf Armaturenbrett montiert – Bildschirmeinstellung läßt sich drehen

Ich habe mich schließlich für die Nextbase 312 GW entschieden. Diese Dashcam hat alles, was ich für meine Bedürfnisse suchte:
  • gute Bild- und Videoqualität Tag und Nacht
  • Aufzeichnung der GPS Daten auf jedem Bild
  • Datum mit Uhrzeit
  • Eingabemöglichkeit des eigenen Kennzeichens
  • Aufzeichnung der gefahrenen Geschwindigkeit
  • stehende oder hängende Montage möglich
  • Loop Recording
  • Übertrag mittels Wi-Fi auf Smartphone
Die Cam überzeugte mich in den geforderten Belangen und auch die Aufzeichnungszeiten können so eingestellt werden, dass diese mit den gesetzlichen Anforderungen konform gehen. Die wichtigste Funktion einer Dashcam ist die Notfallaufnahme: Wenn hohe Verzögerungskräfte wirken, etwa bei einer Vollbremsung oder einem Crash, speichert die Dashcam automatisch die aktuelle Sequenz. Damit dieser Modus zuverlässig funktioniert, ist die Empfindlichkeit der G-Sensoren einstellbar.
Die Aufnahmen werden bei mir nur gespeichert, wenn dem ein entsprechendes Ereignis vorausgeht, also der G-Sensor reagiert oder der manuelle Ereignisknopf gedrückt wurde. Alle anderen Aufzeichnungen werden durch das Loop Recording sofort überschrieben. Ein schönes Feature ist auch, dass die gespeicherten Aufnahmen mittels Wi-Fi direkt auf das Smartphone übertragen und angesehen werden können.

Wi-Fi Übertrag auf Smartphone

 

* Hinweis: Diese Dashcam wurde von mir in einem bekannten Elektronikmarkt gekauft und bezahlt, es handelt sich hier um kein bezahltes Sponsoring. Die Cam hat vor 12 Monate noch 139 Euro gekostet und ist jetzt nach einem Jahr deutlich günstiger zu haben. Entschieden habe ich mich für die Cam aus den im Vorfeld genannten Gründen und soll keine Werbung darstellen. Es gibt sicher auch viele andere brauchbare Dashcams 😉

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13 Gedanken zu „Dashcam im Wohnmobil ein sinnvolles Zubehör ?

  1. ☼aktiv☼60plus☼

    Habe deinen Beitrag mit Interesse gelesen, weil wir auch schon mal mit dem Gedanken gespielt haben. Im Wohnmobil und insbesondere im „Ausland“ kann so eine Kamera sicher hilfreich sein, so wie in deinem Fall. Denke, da hast du eine gute Entscheidung getroffen. LG Sigrid

    Antwort
    1. Labby Autor

      Hallo Sigrid, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich denke auch die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Es ist immer gut wenn man die Dashcam nicht braucht, denn dann ist auch nichts passiert. Herzliche Grüße Wolfgang

      Antwort
  2. mannisfotobude

    Leider kenne ich mich da Zuwenig aus um einen Kommentar abzugeben aber einleuchtend ist das schon was zu geschrieben hast. Denke für Urlauber die viel unterwegs sind sicherlich sinnvoll speziell im Ausland !!!!

    Antwort
    1. Labby Autor

      Hallo Manni, vielen Dank für deinen Kommentar. Ja im Ausland und speziell bei einem Wohnmobil mit doch etwas größeren Maßen macht es schon Sinn. Trotzdem ist es am besten wenn man es nie wirklich braucht. Gruss Wolfgang

      Antwort
  3. cablee

    Danke für deinen ausführlichen Bericht, Wolfgang. Wir haben eine Dash-Camera geschenkt bekommen, allerdings noch nicht installiert. Es ist ja wohl auch nicht so ganz ohne, da eine Kamera nicht in allen Ländern erlaubt ist. Wir müssen uns zu dem Thema noch mal schlau lesen.
    Zu einem anderen Thema: mein Mann hat in unser Womo einen GPS-Tracker eingebaut, der die jeweilige Position aufs Handy übermittelt. Wir halten das für eine sinnvolle Sache. Bleibt nur zu hoffen, dass man nicht wirklich irgendwann mal ohne Womo da steht… Hast du so einen Tracker im Wagen?
    Gruß
    Gila

    Antwort
    1. Labby Autor

      Hallo Gila, vielen Dank für deine Info. Die gesetzlichen Bestimmungen muss man wirklich im Auge behalten. In unserem allseits geliebten Nachbarländle Österreich ist die Verwendung (zur Zeit) verboten und kann richtig teuer werden, wogegen in Italien Dashcams zur Ermittlung des Unfallherganges gerne herangezogen werden. Eine GPS Ortung habe ich in meinem Wohnmobil bisher nicht eingebaut. Von den bis jetzt angebotenen Lösungen und insbesondere der Tatsache dass solche Tracker leicht gestört werden können bin ich noch nicht überzeugt. Aber das kann durchaus noch interessant werden. Ich verlasse mich im Moment lieber auf mechanische Wegfahrsperren und eine Alarmanlage.
      PS: Sorry, der erste Teil wurde durch mein Handy zu früh abgesandt. 😉

      Antwort
      1. cablee

        Eine Wegfahrsperre haben wir fürs Lenkrad, wobei mein Mann davon alleine nicht überzeugt war. Mittlerweile hat er auch noch Gas- und Rauchmelder installiert, sowie ein Zusatzschloss eingebaut.
        Aber 100%-ige Sicherheit gibt es ja leider nicht.

      2. Labby Autor

        Hallo Gila, ein Gas- und Rauchmelder (besonders für CO) ist sicher interessant und ja es gibt leider keine 100%-ige Sicherheit. Eine sehr effektive Diebstahleinrichtung wäre ein versteckter Schalter, welcher ein starten des Motors unmöglich macht. Da ich aber schon andere Schutzvorrichtungen wie BearLock und Alarmanlage habe und mein Fahrzeug zuhause zudem in einer Halle steht, will ich nicht übertreiben. Liebe Grüße Wolfgang

      3. Labby Autor

        der ist super und für diesen beglückwünsche ich euch, aber wie gesagt ich will ja nicht übertreiben, sonst vergesse ich noch den Spaß am Wohnmobil . LG

    1. Labby Autor

      Hallo liebe Familie Müller, vielen Dank, ja das wäre der ideale Weg und mir sehr lieb. Herzliche Grüße Wolfgang

      Antwort

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