Überlegungen zum Wohnmobil und was ich anders machen würde. Kleines Fazit nach 5 Jahren Nutzung.

Auch wenn ich mit meiner Wohnmobilausstattung recht zufrieden bin, so macht man sich immer wieder Mal Gedanken was man das nächste Mal anders machen würde.

Fahrzeugabmessungen:
Mit den Abmessungen meines Wohnmobils (L 690, B 230 und H 296 cm) komme ich gut zurecht. Dennoch würde ich bei einer neuerlichen Anschaffung auf die Fahrzeugbreite mehr Augenmerk richten. Besonders in meinem Haupturlaubsland Italien wären oft einige Zentimeter weniger Fahrzeugbreite ganz angenehm.
Einzelbetten:
Die einzig richtige Entscheidung. Es ist zwar für jeden etwas kleiner als gemeinsam ein großes Heckbett aber der Schlafkomfort um ein Vielfaches besser.
Solar:
Solar hatte ich mir ernsthaft und lange überlegt, auch deshalb da mein Wohnmobil ohnehin schon ab Werk mit einer Vorbereitung für Solar bestellt und ausgeliefert wurde. Zudem hätte ich den Einbau der Solaranlage problemlos selbst ohne Kosten ausführen können. Überzeugt hat mit aber dann letztendlich ein Anruf bei Carthago selbst. Bei diesem Anruf hatte ich mich über die Solarvorbereitung informiert und der Techniker meinte „das rentiert sich doch sowieso nicht, wenn Sie ohnehin schon eine zweite Aufbaubatterie und einen Ladebooster haben, dann ist doch deren Effektivität deutlich sinnvoller als Solar. Selbst wenn Sie der Einbau nichts kostet, das Material müssen Sie trotzdem kaufen und mehr Gewicht schleppen Sie auch noch mit. Probieren Sie doch einfach Mal aus, ob Sie Solar überhaupt vermissen“
Eine ehrlich Auskunft wie ich finde und Solar habe ich tatsächlich in den vergangenen Jahren niemals vermisst und werde ich auch zukünftig nicht aufbauen. Sollte es mal wirklich – für eine bestimmte Tour – eng werden, dann denke ich bestenfalls über einen mobilen Solarkoffer nach.
Ladebooster:
Eine absolut sinnvolle Entscheidung. Mal abgesehen davon, dass nach 100 km Fahrt die Batterien wieder nahezu voll geladen sind, trägt der Booster auch zur Schonung und Lebenserhaltung der Batterien bei
Zusätzliche Batterie für den Wohnmobilbereich:
Für mich notwendig und sinnvoll um die während der Fahrt gewonnene Energie zu speichern und mindestens 3 Tage unabhängig zu sein. Zukünftig würde ich aber anstelle der damals gebräuchlichen Gel Batterien nur noch die neueste Akkutechnik anschaffen. Die Lithium LiFePO4 Akkus sind zwar deutlich teurer aber auch wesentlich leistungsstärker.
Markise:
Die Markise war für mich eine Fehlentscheidung. Schon beim Kauf wollte ich keine, lies mich aber dann dennoch vom Verkäufer überreden. So nach dem Motto: „das lässt sich aber hinterher nur schwer nachrüsten ….„ . Benötigt habe ich diese meist nur einmal im Jahr, die restliche Zeit fahre ich 30 kg Gewicht umsonst durch die Gegend.
Große Garage:
Eine schöne Sache und ohne diese würde ich auch kein Mobil mehr kaufen. Fahrräder oder sogar ein Roller lassen sich problemlos und sauber verstauen und sind auch nicht gleich für jeden sichtbar.
Gasflasche:
Lange hatte ich mir überlegt eine Tankgasflasche zu kaufen aber auch da musste ich an den Tipp denken, es erst einmal mit den herkömmlichen Tauschflaschen zu probieren. Fazit: Tankgasflasche brauche ich nicht und rentiert sich auch bei meinem Gasbedarf nicht. Zudem würde mich der extra notwendige Einbau und die immer wiederkehrende Prüfung alle 10 Jahre stören.
Rückfahrkamera:
Ein unbedingtes Muss, hier würde ich auch zukünftig nicht am Preis und der Qualität sparen
TV Anlage:
Ich hatte mir bei der Neuanschaffung doch tatsächlich überlegt, ob es unbedingt eine vollautomatische SAT-Anlage mit 85er Spiegel sein muss. Aber die Entscheidung war schon richtig 🙂
Fahrwerk:
Beim Fahrwerk hatte ich mich beim Wohnmobilkauf für das serienmäßige Fahrwerk entschieden. Alternativ stand noch das Heavy-Fahrgestell mit mehr Auflastmöglichkeiten zur Wahl. Das würde ich wieder so machen, selbst die bestehende Option auf 3,85 t aufzulasten, brauchte und wollte ich nicht nutzen.
Heizung:
Mit der Effektivität der serienmäßigen Truma Gasheizung bin ich sehr zufrieden. Auch der für den unabhängigen Betrieb notwendige Strombedarf ist relativ gering. Trotzdem würde ich – sofern diese vom Hersteller angeboten wird – auch eine Dieselheizung überlegen. Diese hätte aber den Nachteil, dass sie deutlich mehr Strom für den Betrieb benötigt.
Doppelboden:
Mal ganz abgesehen vom zusätzlichen Stauraum ist der Doppelboden sogar im Frühjahr und Herbst sehr angenehm. Bei Heizbetrieb wird der Boden erwärmt und wirkt wie eine zusätzliche Fußbodenheizung. Auf diesen würde ich nur ungern wieder verzichten.
Klimaanlage Fahrerhaus:
Eine einfache manuelle Klimaanlage im Fahrerhaus reicht mir und würde ich auch wieder so anschaffen
Dachklimaanlage für Aufbau:
Die hatte mein letztes Wohnmobil und die habe ich bis heute nicht ein einziges Mal vermisst. Schon damals störte mich der hohe Stromverbrauch und die Lautstärke nervte. Diese Mehrausstattung kommt auch für zukünftige Mobile nicht mehr aufs Fahrzeug.
Fahrradträger am Heck:
Auf diesen konnte ich wegen der Heckgarage GsD verzichten.
Motor und Kraftstofftank:
Der Ducato ist mit 148 PS (109 kw) gut motorisiert und auch der 90 Liter Kraftstoffbehälter bietet eine Reichweite von rund 1000 km. Damit kommt man gut zurecht.
Winterfest oder wintertauglich:
Besser winterfest als wintertauglich. Obwohl wir keine ausgesprochenen Wintercamper sind und zu dieser Jahreszeit auch zukünftig nur allemal sporadisch unterwegs sein werden, ist es ganz angenehm wenn das Fahrzeug über gute Wintereigenschaften verfügt und auch die Wasserversorgung bei Frost keine Probleme bereitet.
Rostkonservierung Unterboden:
Das neue Wohnmobil hatte ich gleich nach Auslieferung mit einer Wachsunterbodenkonservierung (kein Unterbodenschutz sondern auf Wachs Basis) gegen Korrosion geschützt und dies auch in den beiden Folgejahren nochmals wiederholt. Auf die serienmäßige Konservierung von Fiat wollte ich mich nicht verlassen. Dies hatte sich auch schon bei allen Vorgängermobilen bestens bewährt und werde ich auch zukünftig wieder so machen.
Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen:
Sofern die Möglichkeit besteht würde ich zukünftig ab Werk die Auslieferung mit Ganzjahresbereifung ordern. Ich habe mir zwar Winterräder zusätzlich angeschafft aber eigentlich würden gute Ganzjahresreifen auch reichen.
Änderung an der Fahrzeugelektrik:
Was mir noch fehlt und ich voraussichtlich selbst nachrüsten werde, ist eine 230V Steckdose zum laden der e-bikes in der Garage. Die fehlenden Ausstattungen wie Trennschalter für die Batterien sowie die Lademöglichkeit über 12 V Steckdose und USB Anschluss musste ich auch nachrüsten, da auch diese ab Werk nicht bestellbar waren.
Durchlademöglichkeit vom Innenraum zum Laderaum:
So eine Durchlademöglichkeit fehlt diesem Wohnmobil leider. Es wäre ganz praktisch z.B. leere Flaschen aus dem Innenraum gleich in den Laderaum durch reichen zu können.
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11 Gedanken zu „Überlegungen zum Wohnmobil und was ich anders machen würde. Kleines Fazit nach 5 Jahren Nutzung.

  1. traeumerleswelt

    Gedanken, was am Wohnmobil besser sein könnte mache ich mir auch manchmal, besonders über Einzelbetten, wenn man nachts mal raus muss und mühsam über den Mitschläfer klettern muss ;-). Ansonsten sind wir zufrieden mit unserem Kastenwagen. Man kommt überall durch, sogar in Cornwall die engen Strässchen haben nur minimal Kratzer hinterlassen. Eine Insektenschiebetür wäre noch fein, aber die gibt’s leider nicht für einen Ducato Baujahr 2009.

    Antwort
    1. Labby Autor

      Hallo Traeumerleswelt, ja so ein „Kästle“ hätte ich dann auch immer gerne, wenn´s mal wieder richtig eng wird. Vielleicht gibt´s ja irgendwann mal einen Kastenwagen mit Stauraum für die Fahrräder und Einzelbetten, das wärs dann. Fliegengitter für die Tür haben wir zwar aber da müssen wir mit unserem Terrier sehr vorsichtig sein. Läuft draußen eine Katze, dann ist es dem egal ob die Insektenschiebetür zu ist oder nicht 😦
      …und der Spass ist dann teuer 😉
      Gruss Wolfgang

      Antwort
      1. traeumerleswelt

        Ja, das mit Hund und Katze kenne ich ;-). Im Stauraum unterm Bett ist bei uns die Hundebox untergebracht, die hinten auch einen Ausgang direkt nach draussen hat…ideal bei Dreckwetter. Die Fahrräder könnten wir hinten auf dem Fahrradträger befestigen. Wir haben übrigens Ganzjahresreifen drauf und sind sehr zufrieden damit.

      2. Labby Autor

        So einen Durchgang zur Garage könnte ich auch gebrauchen, auch wegen dem Vierbeiner 🙂
        Gruss Wolfgang

      3. Labby Autor

        Hallo Traeumerleswelt, da müsste dann ein Schreiner ran und dann würden die Schuhablagen unter der Treppe verschwinden und das geht doch gar nicht 😉

  2. ☼aktiv☼60plus☼

    Hallo Wolfgang, deine langjährige Erfahrung haben wir ja nicht. Sind ja eh keine Wohnmobilbesitzer, aber vieles, was ich bei dir gelesen habe, können wir nachvollziehen und bestätigen. Die Markise hatten wir übrigens auch nur einmal draußen. Allerdings ist sie vermutlich im Hochsommer durchaus nützlich. Bei uns fehlte übrigens eine Beleuchtung der Heckgarage, was wir echt ärgerlich fanden. Abends was suchen oder verstauen ging ohne Taschenlampe nicht. Ob das normal ist, weiß ich nicht. Bei uns war keine drin. Ein schönes Wochenende wünsche ich Dir, LG Sigrid

    Antwort
    1. Labby Autor

      Hallo Sigrid, vielen Dank für deinen Kommentar. Die Markise ist halt nur für diejenigen etwas, die viel Zeit vor dem Wohnmobil verbringen. Wir sind da eher aktiv unterwegs und wenn wir spät am Nachmittag wieder kommen ist meist eh Schatten durch irgendein Nachbarmobil. So wie ich euch kenne sitzt ihr sicher auch nicht ständig vor dem Wohnmobil. 😉 . Eine Beleuchtung in der Garage habe ich, sonst hätte ich diese noch am ersten Tag eingebaut 🙂 aber schon erstaunlich was da bei manchen Wohnmobilen fehlt. Liebe Grüße und schönes Wochenende Wolfgang

      Antwort
  3. Werner H. Hayn

    Hallo Wolfgang,

    die meisten deiner Überlegungen würde ich aus meiner fast 40jährigen Wohnmobilerfahrung heraus unterschreiben, wobei Vieles auch Geschmackssache ist. In folgenden Punkten habe ich allerdings eine etwas andere Sichtweise:

    • Fahrzeugbreite: Nur wenige Zentimeter in der Breite spürt man deutlich im Wohnkomfort. Seit 1997 fahre ich einen FlairLIFE mit ebenfalls 230 cm Breite und hatte deshalb weder in Italien, noch beispielsweise auf den engen Straßen Schottlands Probleme.
    • Solar: Auf meinen drei WoMos seit 1980 hatte und habe ich stets Solarmodule und möchte sie keinesfalls missen. An die Steckdose gehen wir in der Regel nur mal im Winter. Hier mein Blogbeitrag dazu: https://werner-hayn.de/2018/12/06/optimierung-der-womo-bordstromversorgung-durch-lithiumbatterie-solarstrom-und-ladebooster/
    • Markise: Halte ich zur Beschattung der rechten Fahrzeugseite für unabdingbar.
    • Fahrwerk: Wenn du u. a. vom Roller in der Garage sprichst, kann ich mir nicht vorstellen, wie du mit 3,5 t zul. Gesamtgewicht sowie den zugehörigen Achslasten zurechtkommst. Vielleicht fährst du mal reisefertig beladen mit allem Drum und Dran auf eine öffentliche Waage, um auf Nummer Sicher zu gehen.
    • Ganzjahresreifen: Kann ich nur empfehlen! Beste Erfahrungen mit „Continental Vanco Four Season“ seit über 20 Jahren, sogar im Bergland.

    Wie gesagt, trotz anderem Fahrzeug und gewiss auch anderen Präferenzen stimme ich in den meisten übrigen Punkten mit dir überein und wünsche dir mit deinem Carthago weiterhin viel Freude und erlebnisreiche, unfallfreie Reisen.

    Viele Grüße
    Werner H. Hayn

    Antwort
    1. Labby Autor

      Hallo Werner, vielen Dank für deinen Kommentar. Ganz klar, jeder Zentimeter der aussen bei der Fahrzeugbreite fehlt, geht auf Kosten der räumlichen Ausstattung im Innenraum. Bei Solar und somit bei der zur Verfügung stehenden Energie habe ich eine andere Ansicht. Mehr wie voll geladene Batterien geht nicht. Wenn – so wie wir das Wohnmobil nutzen – die Batterien (unabhängig vom Wetter) immer voll geladen sind und die Energie locker reicht, was möchte ich mehr ? Deshalb habe ich auch geschrieben, dass dies jeder für sich ausprobieren sollte. Zum Fahrwerk kann ich sagen, dass ist schon immer eine Glaubensfrage. Vor Beginn einer jeden Saison fahre ich immer reisefertig beladen auf eine Waage. Wenn man weiß, dass man nur 3,5t zur Verfügung hat wird man vor der Fahrt nur das einpacken, was für diese Tour benötigt wird. Da hat sicher ein 4,5t schon seine Vorteile, da kann das ganze Gerödel der letzten Touren – auch wenn es dieses Mal nicht benötigt wird – im Fahrzeug bleiben. Diesen Luxus kann ich mir nicht erlauben. Liebe Grüße und unfallfreie Fahrt. Wolfgang

      Antwort

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