Darum gehört ein Feuerlöscher in jedes Wohnmobil

Vor kurzem hatten wir auf einer Wohnmobiltour ein „heißes“ und einschneidendes Branderlebnis, das uns – bei Pech – mindestens den kompletten Urlaub verdorben hätte. Die ganze Sache ist gut ausgegangen, hätte aber auch schlimm enden können. Ein Grund mehr, warum man auf den Brandschutz im Wohnmobil ein besonderes Augenmerk legen sollte und für mich der Grund war einen geeigneten Feuerlöscher für den Innenbereich eines Wohnmobils anzuschaffen.

Was war passiert: Gegen Mittag legten wir auf einem Wohnmobilplatz eine Rast ein. Der Platz war fast nicht besucht und wir stellten uns abseits an den Rand. Durch die hohen Temperaturen waren vorne alle Fenster offen und auch die Aufbautüre geöffnet. Wir erwärmten auf dem Gasherd eine Kleinigkeit, als plötzlich der Wind einen herumliegenden Schall aus synthetischem Textil in den Bereich der Flammen wehte und dieser sofort Feuer fing. Schockierend war, dass sich dieses synthetische Teil einfach nicht löschen lies und im Nu das Fliegengitter versengte und auch die Verdunkelung ankokelte. Erst als das Teil weit vor dem Wohnmobil im Sand lag – und auch dort noch zu Ende schmorte – war die Situation bereinigt.

Klar, dass ich mir jetzt ernsthafte Gedanken über die Anschaffung einen Feuerlöschers machte, aber welchen?
Bei Feuerlöschern denken viele, die sind doch alle gleich. Das sind sie aber nicht, sie unterscheiden sich grundlegend.
Die bekanntesten und sicher auch die preisgünstigsten sind die Pulverlöscher mit den Brandklassen ABC (Erläuterung siehe unten) die man in jedem Baumarkt und meist ohne weitere Information zu den Nachteilen bekommt. Für den Innenbereich eines Wohnmobils ist dieser Löscher gänzlich ungeeignet und auch zu Hause ist dieser nur in bestimmten Bereichen (beispielsweise Garage) und mit höchster Vorsicht einsetzbar. Das Löschmittel der ABC-Pulverlöscher ist ein feines Salzgemisch welches in Verbindung mit (Luft-)Feuchtigkeit extrem korrosiv wirkt und den sicheren Tod aller Geräte im Einsatzbereich bedeutet und auch sonst einen erheblichen Schaden nach sich zieht. Das Pulver verteilt sich im gesamten Raum, dringt in kleinste Fugen und Ritzen ein, lässt sich nur extrem schwer wieder entfernen und wird in Verbindung mit Feuchtigkeit hart wie Stein.
Deutlich besser sind für diesen Zweck Schaumlöscher mit den Brandklassen ABF und Fettlöscher ebenfalls mit den Brandklassen ABF. Die Vorteile dieser beiden Löscher sind, dass sich die Löschrückstände ohne große Verunreinigung wieder entfernen lassen. Ein Nachteil des Schaumlöschers ist, dass dieser sehr oft nicht frostsicher ist. Somit auch unter Null Grad bei Frost nicht zuverlässig eingesetzt werden kann. Auch das Löschmittel des Schaumlöschers hat nur eine begrenzte Haltbarkeit und muss somit öfter mal ausgetauscht werden.
Dann gibt es noch den CO2 Feuerlöscher. Diese
Kohlendioxidlöscher werden hauptsächlich zur Bekämpfung von Flüssigkeitsbränden (Brandklasse B) und Bränden in elektrischen Anlagen verwendet. Kohlendioxid ist elektrisch nicht leitend und verdampft rückstandsfrei. Deshalb ist es besonders geeignet zum Schutz empfindlicher Anlagen wie EDV-Anlagen, Elektroanlagen und Räume mit empfindlicher Elektronik. Der Nachteil: Aufgrund des Löschmittels macht ein Einsatz des CO2 Löschers nur in geschlossenen Räumen Sinn, was natürlich auch eine gesundheitliche Gefährdung durch das Kohlendioxid in geschlossenen Räumen mit sich bringt. Deshalb sollte dieser Löscher nur von Fachleuten eingesetzt werden. Für die Bekämpfung der Brandklassen A (feste Stoffe) und F (Fettbrand) ist der CO2 Löscher weniger oder gar nicht geeignet.
Für mich spricht deshalb alles für einen Schaumlöscher der für die Brandklassen A, B und F geeignet ist. Der ist zwar in der Anschaffung geringfügig teurer, aber das zahlt sich aus. Auch sollte man bei der Anschaffung darauf achten, dass der Löscher auf Grund seiner Größe und Maße im Bereich zwischen Eingangstüre und Küchenblock fest montiert werden kann. Ein großer Löscher im Laderaum oder in der Garage ist im Brandfall oft wenig dienlich.
Ich habe mich für einen 2 kg Fettbrand und Schaum Kombi-Feuerlöscher für die gekennzeichneten Brandklassen ABF entschieden und gekauft. Kaufpreis rund Euro 29

Wichtig sind die geeigneten Brandklassen, der Hersteller ist nahezu egal. Da ich keine Werbung für eine bestimmte Feuerlöscherfirma machen möchte habe ich den Hersteller auf dem Foto verpixelt. Auch sollte der Löscher“griffbereit“ bei Eingang und Küchenblock montiert werden können.

 

Auf die Idee Fettbrände mit einer Löschdecke zu löschen, sollte man lieber nicht kommen.

Stiftung Warentest schreibt in Ihrer online Ausgabe vom Dezember 2017 „für Fett­brände sind Lösch­decken kaum geeignet. Sie können den Brand sogar schlimmer machen“ Hier der Link zu test.de https://www.test.de/Loeschdecken-Im-Test-durchgebrannt-4807655-0/
Von 16 getesteten Löschdecken sind 13 komplett durchgefallen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch eine österreichische Feuerwehr. Auch dort bestand nur eine Löschdecke den Fettbrandtest, alle anderen fielen ebenso durch.
Link zum Video: https://youtu.be/8_0K9XD7DqU
Wer nach Bulgarien, Baltikum, Griechenland, Montenegro, Rumänien, Russland, Türkei, Belgien oder auch Polen fährt, sollte ohnehin einen Feuerlöscher an Bord haben.
Und so sieht es aus, wenn man nicht so viel Glück hat und kein Löscher parat steht:

Das bedeuten die Brandklassen:

  • A steht für: Brände fester Stoffe, hauptsächlich organischer Natur, die normalerweise unter Glutbildung verbrennen wie Holz, Kohle, Kunststoffe oder Textilien u. a.
  • B steht für: Brände von flüssigen oder flüssig werdenden Stoffen wie Benzin, Wachs, Teer u. a.
  • C steht für: Brände von Gasen
  • D steht für: Brände von Metallen
  • F steht für: Brände von Speiseoelen und Fetten
 
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2 Gedanken zu „Darum gehört ein Feuerlöscher in jedes Wohnmobil

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